Credit Suisse kürzt Boni nach Aktionärsprotesten deutlich

Vincent Kaufmann ist seit Juni 2015 Direktor der Ethos Stiftung

Denn die Aktionäre würden gebeten, die ursprünglichen Vorschläge anzunehmen, im Wissen, dass sich Geschäftsleitung und Verwaltungsrat freiwillig auf eine Reduktion geeinigt hätten, heisst es in einer Mitteilung von ISS.

Der Verwaltungsrat habe die Anträge an die ordentliche GV vom 28. April wie folgt angepasst: Beantragt wird zum einen ein maximaler Betrag der Vergütungen des Verwaltungsrats von 12,0 Mio (statt der ursprünglich beantragten 12,5 Mio) für die Periode von der GV 2017 bis zur GV 2018.

In der Nacht auf vergangenen Freitag hatte die Grossbank überraschend mitgeteilt, dass Konzernchef Tidjane Thiam und die Geschäftsleitung dem Verwaltungsrat vorgeschlagen hätten, die vom Aufsichtsgremium bereits zugeteilten Boni um 40% zu reduzieren. Davon sind 2,5 Mio. kurzfristige variable leistungsbezogene Vergütung (vorher 4,2 Mio.). Unter anderem hatte sich der einflussreiche amerikanische Stimmrechtsberater ISS gegen die variable Vergütung der Geschäftsleitung von insgesamt fast 80 Millionen Franken (75 Millionen Euro) ausgesprochen.

Statt rund 78 Millionen Franken (rund 73 Mio Euro) zahlt Credit Suisse nun nur noch 48 Millionen Franken für Boni aus. Kritisiert wird, dass die CEO-Vergütung deutlich höher sei als diejenige seines Vorgängers.

Die Stimmrechtsberaterin Ethos wird im Verlaufe des Tages eine Stellungnahme zu den am Dienstag bekannt gewordenen konkreten Zahlen veröffentlichen, erklärte eine Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Auch die neuerliche Bonuskürzung stimmt ISS offenbar nicht milde: Der US-Stimmrechtsvertreter empfehle den Aktionären auf der Generalversammlung weiterhin, die Boni für die Geschäftsleitung und die Entlohnung des Verwaltungsrats abzulehnen, teilte ISS in einer Reuters am Dienstag vorliegenden Nachricht mit.

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