Netz von Ladestationen für Elektroautos wächst rapide

Ein Auto mit Elektrostecker ist auf einem Parkplatz aufgemalt

Die wenigen Besitzer von Elektroautos brauchten bisher viel Spürsinn auf der Suche nach Ladesäulen. Mit etwa 440 Ladestationen ist Bayern bundesweit Spitzenreiter, gefolgt von Nordrhein-Westfalen.

Das Bundesverkehrsministerium hat mit der Betreibergesellschaft der Autobahn-Raststätten vereinbart, ihre rund 400 eigenen Raststätten an den Autobahnen mit Schnellladesäulen und Parkplätzen für Elektrofahrzeuge auszustatten.

Die Bundesnetzagentur teilte mit, dass seit März letzten Jahres fast 2.000 neue öffentliche Ladepunkte gemeldet wurden. Auch in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und München ist das Netz inzwischen gut ausgebaut. Allerdings sind Elektroautos bei Bundesbürgern und Unternehmen in Deutschland weiterhin wenig gefragt, die Kaufprämie für E-Autos bleibt ein Ladenhüter. "Die heute veröffentlichte Karte hätte man sich getrost schenken können, denn sie spiegelt nicht einmal im Ansatz die Wirklichkeit wider", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Seit einem Jahr müssen Betreiber öffentliche Ladesäulen für Elektroautos anmelden. Sie werden dann technisch überprüft - auch darauf, ob sie vorgeschriebene Steckertypen bieten.

Die Bundesnetzagentur hat am Dienstag eine Online-Karte veröffentlicht, die Autofahrern einen Überblick über alle Ladestationen für Elektro-Autos in Deutschland geben soll. "Insbesondere ist es erfreulich, dass die Anzahl an Schnellladepunkten stetig ansteigt", erklärte Homann. Schnellladepunkte sind Angebote mit mehr als 22 Kilowatt, die den Ladevorgang vor allem an den großen Verkehrsachsen beschleunigen sollen. Mit Schnellladern kann die Ladezeit je nach Fahrzeugtyp von mehreren Stunden auf nur noch rund eine halbe Stunde verkürzt werden.

Die Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) aus Industrie, Politik und Wissenschaft schätzt, dass bis 2020 70.000 Ladepunkte und 7.100 Schnellladesäulen notwendig sein werden, um die von der Bundesregierung angestrebte Zahl von einer Million Elektroautos mit Strom zu versorgen.

Diese Autos sind aber nicht in Sicht: In Deutschland sind laut Kraftfahrtbundesamt derzeit insgesamt rund 45,8 Millionen Autos zugelassen. Der Anteil von reinen Elektroautos liegt nur bei 0,07 Prozent (34.000 Fahrzeuge).

Fehlende Lade-Stationen gelten als eine Haupthürde für den Durchbruch von E-Autos. Aus dem mit 1,2 Milliarden Euro gefüllten Fördertopf sind bislang erst 55 Millionen Euro abgerufen worden, wie die Branchenzeitung "Automobilwoche" berichtet.

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