Privates deutsches Rettungsschiff auf Mittelmeer in Seenot

Von der italienischen Marine im Januar gerettete Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer vor Sizilien. Wieder sind Hunderte Menschen aus Seenot gerettet worden für einige kam jede Hilfe zu spät

Seit dem 7. Mai 2015 haben Soldaten der Deutschen Marine damit über 20 000 Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Die Crew der Iuventa der Organisation Jugend rettet teilte am Montag via Twitter mit, die Lage sei inzwischen "unter Kontrolle".

Deutsche Marinesoldaten fahren mit einem Boot zu einem überfüllten Flüchtlingsboot auf dem Mittelmmer.

Ähnlich erging es am Montag einem weiteren Schiff, der Sea-Eye aus Regensburg, die mit 210 geretteten Flüchtlingen in unruhiger See überladen war. Für die Kritiker der privaten NGOs hingegen ist klar, dass die Menschenschmuggler damit rechnen, dass die Flüchtlinge schon kurz nachdem sie abgelegt haben, gerettet würden.

Das Rettungsschiff "Iuventa", das im Sommer 2016 von Emden aus zu ihrer Rettungsmission im Mittelmeer aufgebrochen war, ist jetzt selbst in Seenot geraten und komplett manövrierunfähig, weil so viele Personen an Bord sind. "Insofern hat sich die Situation entspannt", sagte Julian Pahlke, der sich an Bord der "Iuventa" befindet. Man warte auf ein Schiff aus Malta, das der Hilfsorganisation die Migranten abnehmen und diese ans Festland bringen sollte. Weitere 1.267 Personen, die am Ostersonntag in Sicherheit gebracht worden waren, werden am Montagabend im Hafen von Messina erwartet. "Sie sind mit Sicherheit ertrunken, weil sie keine Schwimmwesten hatten", sagte der Sprecher der Initiative Sea Eye, Hans-Peter Buschheuer, der Nachrichtenagentur dpa. Auch deshalb legten besonders viele Flüchtlingsboote von der libyschen Küste ab.

"Wenn nicht schnellstmöglich Hilfe kommt, werden wir hier bald hunderte Tote haben", zitierte die Organisation den Kapitän der "Iuventa".

Unter den Geretteten befinden sich mehrere unbegleitete Minderjährige, wie die italienische Küstenwache am Montag mitteilte.

Die steigende Zahl von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer bringt auch die Helfer in Not: So setzte die deutsche Organisation "Jugend Rettet" wegen der akuten Überlastung ihres Rettungsschiffes am Samstag auf dem Mittelmeer einen Notruf ab.

Am Samstag hatte die Hilfsorganisation SOS Méditerranée berichtet, am Freitag innerhalb von sieben Stunden 500 Menschen aus Seenot gerettet zu haben. "Das ist so für uns noch nicht da gewesen", sagte Kaltegärtner. Das Flüchtlingsboot kam ohne weitere Zwischenfälle in der Hafenstadt Argostoli auf Kefalonia an. Die "Iuventa" nahm rund 400 Menschen an Bord. Die Menschen drohten zu ertrinken, wenn sie nicht zügig von anderen Booten aufgenommen würden. Wie viele starben, war aber zunächst unklar. Zwar seien von der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa Schiffe zur Hilfeleistung gestartet. "Wo waren die Frontex-Schiffe, als ein Rettungsschiff einer NGO Unterstützung brauchte, um Tausende Leben zu retten?"

Ärzte ohne Grenzen wies diese Kritik nachdrücklich zurück.

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