ROUNDUP: Kein Hinweis auf Beteiligung von Festgenommenen an BVB-Anschlag

Dortmund-Spieler Marc Bartra verletzte sich bei der Explosion ist bereits operiert und kann heute nicht mittun

Die Hintergründe des Anschlags auf Borussia Dortmund sind somit weiter unklar. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich dabei um die zu erwartenden zahlreichen Demonstranten handelt, die gegen den an diesem Tag in Köln stattfindenden Bundesparteitag der AfD protestieren wollen. "Wir können von Glück sagen, dass nichts Schlimmeres passiert ist", sagte die Sprecherin der Anklagebehörde.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) erklärte, die professionell gebauten Bomben seien von einer "enormen Sprengkraft" gewesen. Für eine Beteiligung des Mannes an dem Anschlag fanden die Ermittler aber keine Beweise.

Zwar beantragte die Bundesanwaltschaft gegen einen nach dem Anschlag festgenommenen 26-jährigen Iraker am Donnerstag Haftbefehl. Aufgabe seiner Einheit war es demnach, Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorzubereiten.

Im März 2015 sei A.in die Türkei ausgereist, von dort aus sei er Anfang 2016 nach Deutschland gekommen.

Der Verdacht gegen einen 28 Jahre alten Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna wurde am Donnerstag fallengelassen. Bei beiden waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft die Wohnungen durchsucht worden. Ein Fußballprofi sowie ein Polizist wurden teils schwer verletzt. "Das hat es bei islamistischen Anschlägen so noch nie gegeben", sagt er. Die neue Bekennermail könne mit der Dortmunder Tat zu tun haben, "es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein".

Der BVB war auf den Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen den AS Monaco, das dann am Mittwochabend - keine 24 Stunden später - nachgeholt wurde. Die Polizei hatte ihn am Mittwoch festgenommen und zunächst einen Haftbefehl geprüft. "Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, damit umzugehen", sagte Trainer Thomas Tuchel. Europas Kontinentalverband wies die Vorwürfe zurück, dass Dortmund bei der Entscheidung übergangen worden sei. Auch an der Authentizität von drei textgleichen Bekennerschreiben, die in der Nähe des Tatortes in Dortmund gefunden wurden, bestanden Zweifel.

Berlin. Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund vom Dienstag ist ein drittes angebliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Er sitzt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Untersuchungshaft. Zudem seien nach IS-Anschlägen noch nie Bekennerschreiben am Tatort gefunden worden. Auch die konkreten Forderungen am Ende des Schreibens, in dem unter Androhung weiterer Anschläge der Abzug der Tornados aus Syrien und die Schließung der militärischen US-Flugbasis in Ramstein gefordert würden, sprächen gegen eine Tatbeteiligung von Islamisten. "Der IS verhandelt nicht", sagte Freyer. Darin wird ein linksextremistischer Hintergrund des Anschlags behauptet.

Wer sind die Täter? Die Mail mit rechtsextremistischem Duktus ging am Donnerstagabend beim Berliner "Tagesspiegel" ein. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter gewaltbereite Fußballfans seien.

Dennoch beantragte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag gegen einen der Verdächtigen Haftbefehl. Ebenfalls 42 Prozent gaben bei der am Mittwoch vorgenommenen repräsentativen Befragung an, in ihrem Alltag verstärkt auf verdächtig aussehende Menschen und Gegenstände zu achten. Keine Details gab es auch zu Zündmechanismus und die Art des Sprengstoffes.

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