Über 1000 palästinensische Häftlinge starten Hungerstreik

Mehr als tausend Palästinenser in israelischer Haft im Hungerstreik Bild AFP

Die israelische Regierung lehnt Verhandlungen mit den hungerstreikenden palästinensischen Häftlingen ab. Die Regierung sehe daher "keinen Grund, mit ihnen zu verhandeln".

Das Büro von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas appellierte an Israel, auf die Forderungen der Häftlinge nach "Freiheit und Würde" zu reagieren.

Wie der Beauftragte der palästinensischen Autonomiebehörde für Gefangene, Issa Karake, der Nachrichtenagentur AFP sagte, verweigern rund 1.300 Häftlinge die Nahrungsaufnahme. Einige Häftlinge seien in andere Gefängnisabteilungen verlegt worden. Die Teilnehmer des Hungerstreiks seien "inhaftierte Terroristen und Mörder, die bekommen, was sie verdienen", sagte Israels Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, am Dienstag im Armeeradio. Sie würden von der Gefängnisverwaltung für ihren Hungerstreik "bestraft". Sie fordern häufigere Familienbesuche und medizinische Versorgung. Barghouti sprach in einem Gastartikel in der "New York Times" auch von körperlicher Gewalt.

Protestierende Palästinenser zwischen dem Gaza-Streifen und Israel (Archivbild). Die Palästinenser kritisieren Israel zudem für die Verwaltungshaft. Seit 1948 seien "rund eine Million Palästinenser verhaftet, gefoltert, psychisch und physisch erniedrigt worden", so Barghouti. Der Hungerstreik erfolgte in Zusammenhang mit dem palästinensischen Gefangenentag, der jedes Jahr begangen wird, sowie vor dem 50. Jahrestag des Sechs-Tage-Kriegs von 1967 und dem Beginn der israelischen Besatzung. Im Februar 2013 hatten sich 3.000 Häftlinge an einem eintägigen Hungerstreik beteiligt, um gegen den Tod eines Gefangenen in israelischer Haft zu protestieren. Er war einer der Anführer der zweiten Intifada, des palästinensischen Aufstands in den von Israel besetzten Palästinensergebieten von 2.000 bis 2005. Er gilt als einer der populärsten Politiker der Fatah-Partei und könnte Umfragen zufolge die Präsidentschaftswahlen gewinnen.

Derzeit sitzen rund 6500 Palästinensern in israelischen Gefängnissen, darunter 62 Frauen und 300 Minderjährige.

Zentrales Anliegen bisheriger Streiks war stets der Protest gegen die sogenannte Administrativhaft, die eine Inhaftierung auf bloßen Verdacht erlaubt. Auch 13 palästinensische Abgeordnete zählen zu den Häftlingen.

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