Weiteres angebliches Bekennerschreiben nach BVB-Attacke aufgetaucht

Tatort Bild AFP

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des Fussball-Bundesligisten Borussia Dortmund ist ein weiteres mutmassliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Die obersten Ankläger beantragten allerdings gegen den mutmaßlichen IS-Kämpfer Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung. Er soll im Irak eine zehnköpfige Einheit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeführt haben.

Bei dem Anschlag auf den BVB waren am Dienstagabend drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert. Dortmunds Verteidiger Marc Bartra, der hinten rechts unweit von Teamkollege Roman Bürki entfernt sass, sowie ein Polizist wurden teils schwer verletzt. Den Erkenntnissen zufolge führte er dort das Kommando über eine Einheit von etwa zehn Personen. Die Gruppe soll Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorbereitet haben.

Der Beschuldigte wird am Donnerstagmorgen dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der über den Erlass eines Haftbefehls und die Anordnung von Untersuchungshaft entscheiden wird. Im März 2015 reiste er laut Bundesanwaltschaft in die Türkei, von wo er Anfang 2016 wieder nach Deutschland zurückkehrte. Die Polizei schloss einen islamistischen Hintergrund genauso wenig aus wie gewaltbereite Fußballfans, Rechtsextreme oder Erpresser. Das Team war auf den Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen den AS Monaco, dass dann am Mittwochabend nachgeholt wurde. Rund um das Nachholspiel blieb es nach Polizeiangaben vergleichsweise ruhig. Eine Beteiligung konnte dem 26-Jährigen aber nicht nachgewiesen werden. Stutzig machten die Experten auch die Forderungen nach dem Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und die Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein - derartige Forderungen seien für den IS untypisch. "Der IS verhandelt nicht, sondern setzt seinen Willen durch", sagte Freier.

Darüber hinaus ist am Donnerstag bei der Zeitung "Tagesspiegel" ein weiteres fragwürdiges Bekennerschreiben eingegangen.

Im Internet wurde zunächst ein Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene veröffentlicht, an dessen Echtheit bestehen jedoch erhebliche Zweifel.

- Wer sind die Täter? Die Autoren der drei textgleichen Schreiben hätten demnach vermutlich nur den Eindruck erwecken wollen, die Tat habe einen islamistischen Hintergrund, hieß es. Aus Ermittlerkreisen hieß es den Berichten zufolge, es werde nun weiter in alle Richtungen ermittelt - also unter anderem auch in Richtung Links- oder Rechtsextremismus.

- Gibt es neue Verdächtige?

Bei der Suche nach den Tätern stehen jetzt der verwendete Sprengstoff und der Zündmechanismus im Fokus der Untersuchungen.

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