Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus Ein Verdächtiger festgenommen

Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus Ein Verdächtiger festgenommen

Er soll im Irak eine zehnköpfige Einheit des IS angeführt haben. Die genaue Motivlage sei noch unklar. Das Bundesinnenministerium hatte aber keine Hinweise auf eine besondere Bedrohungslage. Die Behörde beantragte dennoch Haftbefehl wegen mutmaßlicher IS-Mitgliedschaft des 26-jährigen Irakers. Aufgabe seiner Einheit war es demnach, Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorzubereiten.

Die Dortmunder Spieler brauchten gestern lange Zeit, um den Schock des Anschlags einigermaßen aus den Köpfen zu bekommen.

Der BVB-Verteidiger und spanische Nationalspieler Marc Bartra wurde schwer an der Hand verletzt.

Zudem hatte die Bundesanwaltschaft zeitweise einen zweiten Verdächtigen ins Visier genommen, der aber offenbar mangels Tatverdachts auf freiem Fuß blieb.

Schon direkt nach dem Anschlag am Dienstagabend waren am Tatort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden.

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus waren am Dienstagabend drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert.

BVB-Trainer Thomas Tuchel kritisierte die rasche Neuansetzung des Spiels heftig. Der 26-Jährige steht jedoch im Verdacht, IS-Mitglied zu sein. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das Schreiben könnte mit der Dortmunder Tat zu tun haben, "es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein".

Bei dem festgenommenen Tatverdächtigen handelt sich nach Informationen von "Express", "Kölner Stadt-Anzeiger" und Deutscher Presse-Agentur um einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal. Neben der Forderung nach Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein wird auch die Bundeskanzlerin in dem Schreiben namentlich genannt. Derartige Bekennerschreiben gelten im Dschihadistenmilieu als ungewöhnlich: Bisher haben islamistische Terroristen keine Schreiben an den Tatorten zurückgelassen, sondern sich eher über ihre Internetkanäle zu Anschlägen bekannt.

- Ein weiteres Bekennerschreiben wurde in der Nacht zum Mittwoch im Internet veröffentlicht. In dem Schreiben wird ein linksextremistischer Hintergrund des Anschlags behauptet.

Die islamwissenschaftliche Untersuchung habe "erhebliche Zweifel" daran ergeben, dass der Text von radikalen Islamisten verfasst worden sei, berichtete der Rechercheverbund aus NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung".

- Wer sind die Täter?

Zuvor hatte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger gesagt, dass in alle Richtungen ermittelt werde. Sie sprach von einem terroristischen Hintergrund der Tat.

Der Beschuldigte sollte am Vormittag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über den Erlass eines Haftbefehls und die Anordnung von Untersuchungshaft entscheiden wird. Es gibt zwei Verdächtige, eine Person ist in Haft. Jäger sagte jedoch, die Bomben seien hochprofessionell gebaut worden.

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