Anschlag in Stockholm: Festgenommener ist 39-jähriger Usbeke

Rettungskräfte

Bis Samstag hatte die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Außerdem hätten die Behörden gewusst, dass er "mit extremistischen Organisationen" sympathisierte, sagte Jonas Hysing von der schwedischen Nationalpolizei. Bei einem von ihnen handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen am Freitagabend in Märsta im Norden von Stockholm festgesetzten Mann, der wegen des Verdachts eines "Terroraktes" in Gewahrsam genommen wurde.

Terror in Stockholm: In der schwedischen Hauptstadt ist ein Lkw auf einer zentralen Einkaufsstraße in eine Menschenmenge gerast. Der Mann wurde am Samstag zum ersten Mal verhört. "Seine Facebook-Seite lässt Sympathien für den IS erkennen", sagte aber auch der Terrorismusexperte Magnus Ranstorp vom nationalen Verteidigungskolleg. Noch ist aber unklar, ob der Hauptverdächtige aus Usbekistan allein handelte. Das bestätigten Ermittler am Samstagnachmittag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Auch ein elfjähriges Mädchen wurde auf dem Heimweg von der Schule bei dem Anschlag getötet, wie ihre Hinterbliebenen mitteilten. Dabei waren vier Menschen getötet und 15 verletzt worden.

39-jähriger Usbeke soll Anschlag ausgeführt haben. Im Dezember sei ihm dann eine Frist von vier Wochen gesetzt worden, das Land zu verlassen, sagte Hysing. Die Sicherheitsbehörden hätten ihn nicht als Gefährder eingestuft.

Der Usbeke war schon wenige Stunden nach der Tat am Freitag festgenommen worden. Nähere Angaben zu den Medienberichten über IS-Sympathien machte er nicht.

Am Montag will Schweden der Opfer des Anschlags mit einer Trauerfeier und einer landesweiten Schweigeminute um 12.00 Uhr gedenken. "Ungefähr fünf" Personen halte man derzeit fest, sagte Jan Evensson von der Stockholmer Polizei. "Wir haben eine Anzahl von Personen kontrolliert, die interessant waren, und vor einer Weile eine Person festgenommen, an der wir besonders interessiert sind", hieß es.

Etwa 500 Menschen hatten die Ermittler nach dem Anschlag befragt.

Bereits am Sonntag hatten sich in der Stockholmer Innenstadt mehr als 20 000 Menschen versammelt, um gemeinsam der Opfer zu gedenken und ein Zeichen für Toleranz und Offenheit zu setzen.

Der Angriff ereignete sich auf der Straße Drottninggatan, einer auch bei Touristen beliebten Einkaufsstraße. Carl Gustaf und Königin Silvia hatten wegen des Attentats einen Besuch in Brasilien abgebrochen und sind heute wieder nach Schweden zurückgekehrt. Dennoch gebe es ihm Hoffnung, "dass all diejenigen unter uns, die helfen wollen, viel zahlreicher sind als diejenigen, die uns schaden wollen".

Ministerpräsident Stefan Löfven sprach von einer Wut in der Bevölkerung, die auch er fühle. Nun müssten er und seine Landsleute versuchen, ihre Wut in etwas Konstruktives zu verwandeln. Später sagte er auf einem Parteitag in Göteborg: "Wir werden diese Mörder mit der ganzen Macht der schwedischen Demokratie zur Strecke bringen". "Wir haben vor solchen Vorfällen gewarnt", sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters.

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