Bei Anschlägen auf Kirchen in Ägypten sind dutzende Menschen getötet worden

In einer Kirche in der nordägyptischen Stadt Tanta kam es zu einer Detonation

Mehr als 40 Tote und über 110 Verletzte forderten zwei Bombenanschläge auf christlich-koptische Kirchen in Ägypten. Am Nachmittag bekannte sich die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) zu den Anschlägen. Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Tawadros II., entging dem Terror in Alexandria unverletzt. Markus in Alexandria am Nachmittag sei durch einen Selbstmordattentäter verursacht worden, der zuvor am Einlass in die Kirche gehindert worden sei. Der Mann habe sich daraufhin in die Luft gesprengt. Der koptische Papst Tawadros II. feierte dort gerade den Palmsonntagsgottesdienst. "Der Terrorismus trifft Ägypten erneut, dieses Mal an Palmsonntag", schrieb der Sprecher des Außenministeriums auf Twitter. In Tanta wurden mindestens 27 Kirchgänger getötet, wie ägyptische Medien unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichteten. Georg ist dem Staatsfernsehen zufolge das größte christliche Gotteshaus der Region im Nildelta. Am Morgen hatte sich in der Metropole Tanta nördlich von Kairo bereits ein Anschlag ereignet. Der UN-Sicherheitsrat erklärte, es habe sich um einen "feigen "Anschlag gehandelt".

Bereits am Vormittag hatte ebenfalls ein Selbstmordattentäter eine Bombe in der koptischen Kirche St. 17 Menschen und rund 50 wurden verletzt. Die Terrormiliz IS bekannte sich später zu der Tat. Zwei Selbstmordattentäter hätten die Anschläge verübt. Der IS nannte die Namen der beiden Angreifer.

Beide Mordtaten, die weltweit Abscheu und Empörung auslösten, sind zusammengenommen der bisher schwerste Terrorangriff auf die koptische Minderheit, die etwa zehn Prozent der 92 Millionen Einwohner Ägyptens ausmacht. Ein Ableger des "Islamischen Staates" treibt im Nordsinai in Ägypten sein Unwesen und kündigte in Propagandavideos Angriffe auf Christen an.

Die Explosion bei einer Kirche in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria hat dem staatlichen Fernsehen zufolge mindestens einen Menschen getötet und 26 weitere verletzt. Mindestens 16 Menschen seien getötet und 41 weitere verletzt worden hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Die meisten Todesopfer gab es in Tanta, wo 34 Menschen starben. Am Neujahrstag 2011 waren bei einem Anschlag auf Kopten in Alexandria mehr als 20 Menschen getötet worden. Er sollte am Nachmittag in Kraft treten und drei Monate andauern, wie das Kabinett am Montag in Kairo mitteilte.

Darüber hinaus werde ein Reihe von Massnahmen ergriffen. Zuvor ordnete er den landesweiten Einsatz des Militärs an, um die Polizei beim Schutz von wichtigen Einrichtungen zu unterstützen.

Für 28. und 29. April ist der Besuch von Papst Franziskus in Kairo angekündigt. Nach dem ersten Anschlag vom Sonntag sprach Franziskus der koptischen Gemeinde sein Mitgefühl aus. Er sei den Angehörigen der Opfer nahe und bete für eine Umkehr jener, die Terror, Gewalt und Tod säten, sagte der Papst am Sonntag zum traditionellen Angelus-Gebet auf dem Peterplatz.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) äusserte am Sonntag "grosse Betroffenheit".

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