Chinas Staatschef Xi will mit Trump zusammenarbeiten

Nordkorea treibt ungeachtet aller UN-Resolutionen sein Atomprogramm voran und entwickelt eine Langstreckenrakete die auch die US-Küste erreichen soll

Sie vertreten die beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Streit gibt es wegen Chinas Handelsüberschüssen, der Taiwan-Politik und Chinas Rückendeckung für Nordkorea. Trump und Xi haben intensive Beratungen über ihre Handelsbeziehungen vereinbart.

Donald Trump hat sich nach einer ersten Begegnung mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zuversichtlich geäußert. Im Mittelpunkt stehen neben Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm auch die Handelsstreitigkeiten der beiden größten Wirtschaftsnationen.

Für das erste Treffen mit dem chinesischen Amtskollegen wählte Trump nicht das Weisse Haus aus, sondern sein Privat-Anwesen Mar-a-Lago in Florida.

Nordkorea hatte am Mittwoch nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs nahe Sinpo an der Ostküste eine ballistische Testrakete in Richtung offenes Meer abgefeuert.

US-Präsident Trump bekräftigte in einem Telefongespräch mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, dass "alle Optionen auf dem Tisch liegen", wie Abes Büro am Donnerstag in Tokio berichtete.

US-Außenminister Rex Tillerson kündigte unterdessen an, dass Schritte auf dem Weg seien, um Assad gemeinsam mit einer internationalen Koalition zu beseitigen. Auch in Barack Obamas Team habe es durchaus Stimmen gegeben, die China zu einer härteren Linie gegenüber Nordkorea drängen wollten.

Chinas Präsident werde bei dem Treffen versuchen, Trump davon abzubringen, mit Strafzöllen und anderen Eingriffen gegen den chinesischen Handelsüberschuss mit den USA vorzugehen, sagt der Präsident des Ifo-Institut, Clemens Fuest. "Wir betrachten alle verschiedenen Optionen", sagte die Vizeabteilungsleiterin im US-Außenministerium, Susan Thornton. "Das ist eine globale Bedrohung".

Trump, der China unter anderem wegen seiner Nordkorea- und Handelspolitik immer wieder hart attackiert hat, erwartet nach eigenen Worten "sehr schwierige" Gespräche. Im Gegenzug könne aber eine erwartbare militärische Antwort Pjöngjangs auch mit konventionellen Waffen dem nahen Südkorea, wo 30.000 US-Soldaten Schutzmachtfunktion ausüben, enorm schaden und eine Kettenreaktion in der Region auslösen, an dessen Ende auch China auf den Plan treten würde. In Teilen der US-Wirtschaft geht die Furcht um, dass sich ein wirtschaftlicher Konflikt zwischen beiden Staaten mit gegenseitigen Strafmassnahmen hochschaukeln könnte. Peking blockiert aus Gründen interner Stabilität Maßnahmen, die das Überleben des totalitären Regimes in Pjöngjang gefährden könnten. Gut möglich, dass die Tatsache der amerikanischen Raketenangriffe just zum Zeitpunkt der bilateralen Gespräche von der chinesischen Delegation in Mar-A-Lago als Affront aufgenommen wurde.

Trump hat kaum Zeit, über seine impulsiven Vorstöße nachzudenken, schon steht er vor der nächsten Herausforderung. Sie werfen China, aber auch Deutschland "unfaire" Handelspraktiken zu Lasten der Amerikaner vor. Ziel der USA sei "Wohlstand" für amerikanische Arbeiter. Experte Jacob Parker vom US-China Business Council hofft, dass die beiden Präsidenten vertrauensbildende Massnahmen einleiten und keine "Vergeltungsmassnahmen, die zu einem Handelskrieg führen". Das Verhältnis zwischen den USA und China ist derzeit vor allem durch Trumps Kritik an Pekings Aussenhandelspolitik belastet.

Das US-Defizit im China-Handel betrug 2016 rund 350 Milliarden US-Dollar. Aber er wird nicht die Konfrontation suchen: Im Handelsstreit und bei Nordkorea könnte er vage Zugeständnisse machen, die Zeit zur Umsetzung brauchen oder schwer nachprüfbar sind.

Jetzt muss der erfahrene Machtmensch Xi Jinping nur noch zeigen, wie er mit dem unberechenbaren Geschäftemacher Trump zurechtkommt. "Auf lange Sicht werden wir ein sehr großartiges Verhältnis pflegen", sagte der US-Präsident. Beim Thema Nordkorea habe Trump die Atmosphäre angeheizt, indem er mit einem US-Alleingang zur Lösung des Konflikts drohte.

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