Deutschland: Fast zwei Drittel der Türken hierzulande stimmten für Erdogan

Wahlkampfabschluss bei Istanbul. Die Türken entscheiden heute über eine Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems das Staatspräsident Erdogan mehr Macht verleihen würde

Die umstrittene Maßnahme ermöglicht Erdogan, mit Dekreten zu regieren, die auch ohne Zustimmung des Parlaments in Kraft treten. Und waren die Stimmen aus Deutschland für ihn wahlentscheidend? Nicht zu vergessen, dass das Ergebnis nur deshalb erzielt wurde, weil es Unmengen an kleinen und großen Unregelmäßigkeiten bei der Wahlauszählung gab, wie die Opposition lautstark verkündete.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will trotz des knappen Ausgangs des Verfassungsreferendums nicht auf seine Kritiker zugehen. Der Machthaber hat versucht, durch persönliche Auftritte sowie durch Auftritte von Kabinettsmitgliedern in Deutschland, aber auch in anderen EU-Ländern, die Stimmung zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Und die in der Diaspora lebenden Türken haben sich insgesamt gut beteiligt. Ein Überblick über zentrale Fragen nach dem Referendum. Eine große Mehrheit der abstimmenden Deutsch-Türken, die in Deutschland alle demokratischen Freiheiten in Anspruch nehme, habe "der Verfassungsänderung zugestimmt und damit die eigenen Landsleute dazu verurteilt, künftig in einem autoritären Staat zu leben". Am klarsten setzte sich das Pro-Erdogan-Lager mit 75,9 Prozent im Ruhrgebiet (Wahllokal Generalkonsulat Essen) durch. Ein Wahlkampf im dem es nicht um Inhalte, sondern die Person Erdogan ging, in dem alles zu einer letzten Abwehrschlacht gegen die angeblichen äußeren und inneren Feinde der Türkei hochstilisiert wurde.

Zum ersten Mal seit dem Referendum in der Türkei kommt am Dienstag das Parlament in Ankara wieder zusammen.

Im Ruhrgebiet wiederum hat das Erdogan-Lager eine gute Organisation hinbekommen, mit günstigen Mitfahrgelegenheiten etwa.

Warum haben so viele Türken in Deutschland für Erdogans Präsidialsystem gestimmt? Das Resultat hierzulande war auf jeden Fall ein wahlentscheidendes Kriterium. Voraussetzung für die Wahl war die türkische Staatsbürgerschaft.

Bei der Entscheidung für die Verfassungsreform in der Türkei habe auch die Protesthaltung vieler hier lebender Türken eine Rolle gespielt. Die Wahlbeteiligung lag nach Regierungsangaben bei mehr als 85 Prozent. Besonders eine Abstimmung über die Todesstrafe dürfte zu neuen Verwerfungen mit der EU führen - auch mit Deutschland.

Bei dem Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei hatten am Sonntag laut vorläufigem Ergebnis 51,4 Prozent der Wähler mit Ja gestimmt.

Die Wahlkommission soll nach Berichten türkischer Medien zweieinhalb Millionen Wahlzettel akzeptiert haben, obwohl diese nicht wie vorgeschrieben versiegelt waren. Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Belgien und Österreich steuerten knapp 700000 "Ja"-Stimmen bei". Dies widerspreche dem türkischen Recht. Erdogans islamisch-konservative Partei AKP hat argumentiert, die Änderungen seien nötig, um in unruhigen Zeiten eine starke Führung zu garantieren. Die "Nein"-Stimmen machten in Großbritannien knapp 80 Prozent aus".

Ähnlich sieht das die türkischstämmige SPD-Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe.

Wie wurden die türkischen Arbeitskräfte damals ausgewählt? .

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