Über 1000 palästinensische Häftlinge starten Hungerstreik

Mehr als tausend Palästinenser in israelischer Haft im HungerstreikMehr

Sie wollen bessere Haftbedingungen: Mehr als 1.000 palästinensische Häftlinge sind in israelischen Gefängnissen in einen Hungerstreik getreten. Einige hätten angegeben, lediglich in einen symbolischen Streik treten und anschließend wieder essen zu wollen. Barghuti wurde in ein Gefängnis im Norden des Landes verlegt und in Isolierhaft genommen.

Eine solche Aktion von Häftlingen hat es seit Jahren nicht mehr gegeben.

Laut dem Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wurde das Besuchsrecht für palästinensische, im Hungerstreik befindliche Häftlinge gänzlich ausgesetzt.

Barghuti war der prominenteste Kommandant der "Zweiten Intifada", des Palästinenseraufstands zu Beginn dieses Jahrhunderts. Er gilt als einer der populärsten Politiker der Fatah-Partei und könnte Umfragen zufolge die Präsidentschaftswahlen gewinnen. Die Palästinensische Häftlingsvereinigung sprach von rund 1.500 betroffenen Häftlingen, die Israelische Gefängnisbehörde dagegen von rund 1.100. Im Westjordanland leben rund 2,9 Millionen Palästinenser. Er gilt vielen Palästinensern als Held, die Israelis hingegen verweisen auf die blutigen Selbstmordattentate der zweiten Intifada und Barghutis Rolle bei dem Aufstand.

"Jahrzehntelange Erfahrungen haben gezeigt, dass Israels unmenschliches System der kolonialen und militärischen Besatzung darauf abzielt, die Seele der Gefangenen und des Volkes, dem sie angehören, zu brechen", schrieb Barghouti in einem Leitartikel in der "New York Times". Israel tue dies unter anderem durch "erniedrigende Maßnahmen", um eine "Unterwerfung" zu erreichen. "Wir Palästinenser haben ein Recht auf Freiheit und das Recht auf einen Kampf", sagte Barghutis Ehefrau Fadwa. Nach Angaben der Gefangenenorganisation Addameer sitzen aktuell 6.300 Palästinenser in Haft. Einige Hundert befinden sich in einer "Verwaltungshaft", die es Behörden ermöglicht, Terrorverdächtige ohne Anklage für praktisch unbegrenzte Zeit festzuhalten.

Nach palästinensischen Angaben beteiligen sich etwa 1500 Häftlinge an dem Protest.

Zuletzt hatte es 2013 einen Hungerstreik größeren Ausmaßes gegeben. Die Teilnehmer des Hungerstreiks seien "inhaftierte Terroristen und Mörder, die bekommen, was sie verdienen", sagte Israels Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, am Dienstag im Armeeradio. Die Gefangenen würden in separate Zellenblöcke gebracht.

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