Wirtschaft | Merkel telefoniert mit May - keine Verzögerung des Brexits

Premierministerin May kündigt vor ihrem Amtssitz in der Downing Street No. 10 Neuwahlen

Anders wertete DIW-Chef Fratzscher den Schritt: "Die vorgezogenen Neuwahlen sind ein riskantes Spiel für Premierministerin May".

Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat sich nach ihrer überraschenden Ankündigung von Neuwahlen gegen den Vorwurf gewehrt, sie wolle einen "Blankoscheck" für die Brexit-Verhandlungen. Die Abgeordneten des Unterhauses stimmten in London mit großer Mehrheit dem Antrag von Premierministerin Theresa May zu. Am Dienstag gab es wieder Forderungen aus der völlig zerstrittenen Partei, Corbyn als Labourchef abzulösen. "Der Markt interpretiert Mays Vorstoss als Versuch, ihre Mehrheiten zu sichern und eine einheitlichere Stossrichtung für die anstehenden Verhandlungen mit der EU zu erreichen", kommentierten die Analysten von Unicredit.

Das Parlament sei uneins über den geplanten EU-Austritt ihres Landes, begründete May den Schritt.

68 Prozent der Briten begrüßten in einer Umfrage von Sky Data die angestrebte Neuwahl. Auch die Oppositionsparteien Labour und Liberaldemokraten befürworten eine Neuwahl. Sechs Prozent der 1003 Befragten waren unentschieden.

Außenminister Sigmar Gabriel forderte die britische Regierung zu Berechenbarkeit auf. Dafür gab es heftige Kritik von der Opposition und Nachrichtensendern. Die Pläne der anderen 27 EU-Staaten änderten sich nicht, erklärte der Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Anfrage.

May hatte eine vorgezogene Neuwahl bislang ausgeschlossen. Sie hatte das Amt des Premiers nach dem Brexit-Votum von David Cameron übernommen.

Die Briten hatten im vergangenen Juni mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt. Die Gespräche hätten eigentlich am 22. Mai beginnen sollen, sobald die EU ihre Vorbereitungen abgeschlossen hat. Der EU-Austritt ihres Landes soll bis zum Frühjahr 2019 vollzogen sein. "Zu diesem Zeitpunkt könnte die Austrittsentscheidung die britische Wirtschaft beeinträchtigen", meinte Fuest.

Nicht auszuschließen sei aber auch ein noch härterer Kurs der konservativen Politikerin. Das Land soll sowohl den Europäischen Binnenmarkt als auch die Zollunion verlassen.

Ungemach droht May aus Schottland und Nordirland: Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon kündigte im Streit um den Brexit bereits ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum an. Die Schotten hätten nun eine weitere Möglichkeit, die spaltende Politik der Konservativen zurückzuweisen, sagte Sturgeon. Es ist durchaus möglich, dass die Ex-Bürgerkriegsregion künftig wieder direkt aus London regiert wird. Die katholische pro-republikanische Sinn-Fein-Partei hatte bereits ein Referendum über die Vereinigung mit der Republik Irland gefordert.

Related:

Comments

Latest news

Eklat bei Boston-Marathon: Adidas entschuldigt sich
Der Bombenanschlag auf den Boston-Marathon 2013 gilt wohl unumstritten als eine der schwärzesten Stunden der Sportgeschichte.

Privater Raumfrachter "Cygnus" zur ISS gestartet
Daneben schickt auch das Unternehmen SpaceX im Raumtransporter "Dragon" Nachschub zur ISS. Danach soll er mit Müll beladen wieder abdocken und in der Atmosphäre verglühen.

StarCraft und Brood War sind jetzt kostenlos erhältlich
"Starcraft" und die Erweiterung "Brood War" stehen ab sofort gratis zum Download auf der offiziellen Webseite zum Spiel bereit. Einen Haken gibt es dabei nicht. "Starcraft" steht ab sofort kostenlos zum Download bereit.

Dax hält sich über 12 000-Punkte-Marke
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0682 (Donnerstag vor Ostern: 1,0630) US-Dollar festgesetzt. Sie litten unter fallenden Preisen für Industrie-Rohstoffe wie Eisenerz, die gemeinhin an die Stahlpreise gekoppelt sind.

Fußball-Wetten in Europa
Es gibt zunehmend Gelegenheit für die europäischen Fußball-Fans auf ihre Lieblings-Teams oder Spiele zu setzen. Zwei der größten E-Wallets kommen in Form von Skrill (offiziell als MoneyBookers bekannt) und Neteller.

Other news