AfD-Chefin Petry will "schlanken Bürgerfunk"

Bild aus vergangenen Zeiten Frauke Petry und Bernd Lucke im Februar 2015

Petry selbst steht nach eigener Darstellung für einen realpolitischen Kurs.

Der Meinungsforscher Thomas Petersen hat sie im "Spiegel" vor dem Verzicht von Petry treffend so beschrieben: "Würde die AfD die letzten halbwegs gemäßigten Vertreter verlieren und würden sich die Rechtsradikalen gänzlich durchsetzen, könnte die Partei ein Drittel ihrer derzeitigen Anhänger verlieren".

Petrys Entscheidung wenige Tage vor demBundesparteitag an diesem Wochenende in Kölntraf die große Mehrheit ihrer Parteifreunde unvorbereitet.

Petry selbst begründet den Schritt damit, dass sie die Sacharbeit wieder in den Vordergrund stellen wolle. Bei der Pressekonferenz in Berlin wirkt sie jedenfalls dünnhäutig.

Tatsächlich steht die hochschwangere Petry, die auf dem Podium gerade über den Programmauftrag der Öffentlich-Rechtlichen referiert, unter Druck wie nie zuvor in ihrer gut vierjährigen Politkarriere. Die AfD ist spätestens jetzt an diesem Punkt angekommen, die parteiinternen Zerwürfnisse sind dabei deutlich unappetitlicher als anderswo. Die Führung streitet, mobbt und beschimpft sich, der Kampf um die Macht in der AfD wird offen und schonungslos ausgetragen.

Parteichefin Frauke Petry ging auf Vorhaltungen aus dem rechtsnationalen Parteiflügel nicht ein. Die Parteichefin will, dass der Parteitag über einen Antrag abstimmt, der festhält, dass die AfD mittelfristig koalitionsfähig werden und keine "Fundamentalopposition" betreiben will. Vor dem Kölner Parteitag hatte sie demonstrativ mit einem Ausstieg aus der Politik kokettiert. Landessprecher Ralf Özkara sagte dem Tagesspiegel: "Alice Weidel ist eine optimale Kandidaten für unsere Spitzenmannschaft". "Ich war vorab nicht informiert", sagte der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen. Mit dem Verzicht auf eine Spitzenkandidatur will Petry nun zeigen, dass es ihr nur um Sachfragen geht.

Das Petry-Lager ist überrascht, welche Wellen der Vorstoß entfacht hat. Ihr Antrag für den Parteitag hat in der AfD Unruhe entfacht.

Poggenburg wird dem rechten Flügel der AfD zugerechnet. Für den Bundestagswahlkampf sieht er darin keinen guten Auftakt. Dass Petry ihre Kollegen im Bundesvorstand nicht vorab ins Bild setzt, spricht Bände. Sie warfen ihr zudem vor, die Strategie-Debatte nur angezettelt zu haben, um ihre Chancen, Spitzenkandidatin zu werden, zu verbessern.

Das ist auch bei öffentlichen Auftritten zu beobachten. Es handelt sich um die Veranstaltung des sächsischen AfD-Landesverbandes in der Hauptstadt.

Der Parteitag in Köln wird nicht nur das Wahlprogramm für die Bundestagswahl verabschieden. Ihre Unterstützer können sich jedenfalls nicht mehr sicher sein, dass sich Petry durchsetzt.

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