Champions League: Die sieben schweren Fehler der Bayern

Zwei Weltstars auf der Suche nach der Bestform Zinedine Zidane der Trainer von Real Madrid und Tor­jäger Cristiano Ronaldo treffen im Viertelfinale der Champions League auf Bayern München

So ruhig, dass Ancelotti trotz des großen Bangens um Lewandowski sogar zu Scherzen aufgelegt war. Zweimal konnte Manuel Neuer mit Klasseparaden gegen Benzema und Ronaldo noch den Rückstand verhindern, dann aber war auch er machtlos, als wiederum Ronaldo die Kugel in Minute 77 zum 1:2 ins Netz spitzelte. Das ist zum Beispiel genauso oft wie der gesamte Verein FC Bayern München. Aber, betonte auch Thomas Müller vor dem Rückspiel beim Titelverteidiger am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) im Estadio Santiago Bernabeu, "wir brauchen kein Fußball-Wunder". Denn nach dem Seitenwechsel spielte nur noch eine Mannschaft: Real Madrid. "Das ist das Topspiel der Champions League, das ist ein Endspiel", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem großen Showdown. Der Spanier ist nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt. Einen Sieg gab es im Bernabéu auch schon: Am 29. Februar 2000 feierten Effenberg & Co. ein 4:2. Elf Bayern-Stars in Neuer-Form - und das vorgezogene Finale wäre sicher anders gelaufen.

Es waren aber die Bayern, die in Führung gingen: Nach einer Ecke von Thiago zeigte Arturo Vidal, dass er ein Spieler für die entscheidenden Duelle ist: Den Ball beförderte er nicht sonderlich platziert, dafür mit ungeheurer Wucht unter die Latte des Real-Gehäuses (25.). Mit der Einwechslung durch Marco Asensio kam ein noch belebenderes Element ins königliche Spiel - und das 2:1.

Zwei unbedachte Fouls von Javier Martinez führten dann binnen drei Minuten zu Gelb-Rot (61.), und damit änderte sich auch die Strategie der Gastgeber. "Der Platzverweis war für uns ein Genickbruch", sagte Kapitän Philipp Lahm. Von seiner Ballbesitzlehre profitiere die Mannschaft aber noch immer.

Die drückend überlegenen Madrilenen gingen nach einem Konter in Führung. Als Cristiano Ronaldo einmal freistehend aus acht Metern am fulminanten Torwart Manuel Neuer gescheitert war, da hatte Reals deutscher Nationalspieler die Arme gehoben und den geschüttelt. 38 Pflichtspieltreffer in 40 Einsätzen hat er in dieser Saison erzielt - 26 in der Bundesliga, sieben in der Champions League und fünf im Pokal. Die nationale und internationale Presse hat den Auftritt der Bayern kritisch und der desolaten zweiten Halbzeit angemessen bewertet. Im Halbfinale 2013 schied Madrid nach dem 1:2 in München und einem 2:1 nach 120 Minuten durch ein 1:3 im Elfmeterschießen aus. Vorwürfe an Vidal oder Martínez gab es nicht, vielmehr mäkelten die Münchner am Gesamtauftritt herum.

Thomas Müller gab zu: "Uns hat die letzte Überzeugung in unsere eigene Stärke gefehlt".

Wertvollste Spieler: Für Bayern-Stürmer Robert Lewandowski wäre heute eine geschätzte Ablöse von 80 Millionen Euro fällig. Der in 60 Champions-League-Spielen 39-mal erfolgreiche Pole fehlte erstmals in einem Königsklassenspiel für den alten (und wohl auch neuen) deutschen Meister. Franck Ribéry holte für den FCB einen unberechtigten Handelfmeter heraus: Seinen Schuss von der Strafraumgrenze berührte Carvajal mit der Hand.

Die Bayern-Joker brachten gar keine Impulse. Ancelotti: "Ja, Boateng und Hummels werden fehlen, daher nehmen wir Feldhahn mit". In Leverkusen muss David Alaba an der Seite von Martínez ran, in Madrid könnte die Innenverteidigung Alaba/Joshua Kimmich lauten. "Zum Glück hat Real nicht noch ein Tor mehr geschossen", sagte der italienische Bayern-Coach, dessen große Zeit doch eigentlich jetzt im Frühjahr kommen sollte. "Es wird noch einmal eng". Wir haben noch ein Rückspiel und können da noch leiden.

Vorbereitungen auf den vorläufigen Höhepunkt der Münchener Saison.

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