Medien: Fox News trennt sich nach Sex-Vorwürfen von Star-Moderator

Seit Jahren beste Kumpels Donald Trump und Talkmaster Bill O'Reilly

Der konservative US-Sender Fox News hat sich nach Berichten über sexuelle Übergriffe von seinem prominenten Moderator Bill O'Reilly getrennt. O'Reilly war mit 18 Millionen Dollar Jahresgehalt einer der bestbezahlten Medienmenschen. Einem der Opfer hatte der Moderator angeboten, die Karriere zu fördern, wenn sie ihn in seiner Hotelsuite besuchen würde.

Zwei Jahrzehnte lang war der 67-Jährige nicht nur der Quotenbringer des Kabelkanals, sondern ein Vorreiter des provokativ-populistischen Kampfes gegen die Mainstream-Medien, der auch Donald Trump den Weg ins Weiße Haus ebnete. 13 Millionen Dollar Schweigegeld soll der Moderator insgesamt gezahlt haben. Mit durchschnittlich vier Millionen Zuschauern schlägt die Sendung alle anderen Programme auf dem amerikanischen Sender. "Wegen meiner Prominenz ziehe ich Klagen von Personen an, die von mir Geld wollen, wenn ich eine negative Berichterstattung vermeiden will", ließ er in einem schriftlichen Statement erklären.

Der "O'Reilly Factor" war eine der beliebtesten politischen Sendungen bei Fox. "Ich glaube nicht, dass Bill irgendetwas falsch gemacht hat", sagte er in einem Interview. Für ihn sei er ein guter Mensch.

Am Ende konnte ihm auch der US-Präsident Donald Trump (70) nicht mehr helfen.

Nach "gründlicher und sorgfältiger Bewertung der Vorwürfe", habe man sich zur Trennung entschieden, teilte der von Medien-Mogul Rupert Murdoch (86) und seinen Söhnen Lachlan und James über die Holding 21 Century Fox geleitete Sender mit. Unter anderem hatte der frühere Sender-Chef Roger Ailes gehen müssen, weil ihm Moderatorinnen Übergriffe vorgeworfen hatte. Kelly hatte sich für die Kolleginnen verwandt und war mit O'Reilly öffentlich aneinandergeraten. Noch am Mittwochmorgen schüttelte er im Vatikan die Hand von Papst Franziskus. Das Oberhaupt der katholischen Kirche soll dabei nicht gewusst haben, wen er vor sich hatte. Das sorgt auch auf Twitter für Wirbel, wo viele US-Promis die Nachricht kommentieren. Trump nutzt Fox News immer wieder, um seine Sicht der Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Weiterbeschäftigung eines O'Reilly hätte dies infrage gestellt, umso mehr, als die Murdochs 2011 ihren ersten Übernahmeversuch von Sky abbrechen mussten, als ein Abhörskandal in Grossbritannien ihre Geschäftsführung infrage stellte. Fox News reagierte zunächst zurückhaltend, bis zahlreiche Firmen ihr Werbebudget bei dem Sender strichen. Am Ende folgten fast 60 Großunternehmen diesem Schritt. Dieser hatte die Vorwürfe stets bestritten. Seit Bekanntwerden der Vorgänge, die O'Reilly als Verschwörung bezeichnet, zogen angeblich rund fünfzig Werbekunden ihre Budgets aus dem Umfeld seiner Sendung "The O'Reilly Factor" ab. 21st Century Fox, das Mutterunternehmen des zum Imperium von Medienzar Rupert Murdoch gehörenden Senders, bestätigte den Schritt. Doch in den vergangenen Tagen machten Werbepartner des Privatsenders Druck und sorgten somit dafür, dass O'Reilly seinen Platz in den Studios räumen musste.

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