Notfallversorgung: Kliniken, Ärzte und Kassen streiten dpa, 20.04.2017 13:58 Uhr

Notaufnahme

Die Gebührenziffern deckten offiziell nur zwei Minuten ab, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Nach der neuen Regelung bekommen Krankenhäuser Geld, wenn sie Patienten, die keine Behandlung in der Notfallambulanz benötigen, zu niedergelassenen Ärzten schicken.

April gilt eine neue Regelung zum Notfall- und Bereitschaftsdienst. Besonders strittig ist die sogenannte Abklärungspauschale.

Konkret bekommen Kliniken von den Krankenkassen für jeden tagsüber verwiesenen Patienten ein Honorar von 4,74 Euro - nachts hingegen gibt es 8,42 Euro. Denn nicht jeder Patient, der eine Klinik aufsucht, ist auch wirklich in einer Notsituation. "Die neu eingeführte Abklärungspauschale ergänze die ohnehin gute Vergütung der Kliniken und diene ausschließlich der Abklärung, ob ein Patient im Krankenhaus eingehend untersucht und ambulant behandelt werden muss oder nicht". "Medizin in einer Zeitspanne, die nicht für ein hart gekochtes Ei reicht, kann nicht im Sinne von Ärzten sein". Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, nannte es ärgerlich, dass "die Krankenhauslobby in diesem Streit Patienten und Ärzte mit ihren Schreckensmeldungen verunsichert". "Wir brauchen funktionierende Modelle der Zusammenarbeit".

Die Kassenärzte sehen in der seit 1. April geltenden Neuregelung der Notfallversorgung eine Entlastung der Krankenhäuser und Verbesserungen für die Patienten. Die Ärzte dort hätten dann mehr Zeit für die "echten" Notfälle.

Baum sagte weiter, die Ärzte "werden sich sicherlich nicht nach zwei Minuten umdrehen, wenn sei keine Klarheit haben".

Laut Baum würden sich letztlich die Kliniken in eine ethische Falle und in Verluste treiben lassen.

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