Schleim von Fröschen bei manchen Grippe-Viren wirksam

Diese bestehen aus kurzen Ketten von Aminosäuren, aus denen auch Proteine aufgebaut sind. Eines der vielversprechendsten antiviralen Peptide, die im schleimigen Froschsekret enthalten waren, erhielt von den Forschern den Namen "Urumin", nach Urumi, einem peitschenähnlichen Schwert mit flexiblen Klingen, das in Südindien vor Jahrhunderten im Kampf genutzt wurde.

Haut und Schleimhäute von Mensch und Tier wehren Krankheitserreger ab, indem die Hautzellen spezielle Peptide freisetzen. Das Peptid könnte aufgrund seines völlig neuartigen Wirkmechanismus eingesetzt werden, wenn Influenzaviren gegen andere Mittel resistent geworden sind oder wenn bei einer drohenden Pandemie nicht rechtzeitig ein passender Impfstoff zur Verfügung steht.

"Verschiedene Frösche produzieren verschiedene Peptide - abhängig vom jeweiligen Lebensraum", sagt Joshy Jacob von der Emory University in Atlanta.

Im Schleim, den die Haut der südindischen Froschart Hydrophylax bahuvistara absondert, steckt ein Wirkstoff gegen Grippeviren. Wie sich bei Aufnahmen mit dem Elektronenmikroskop zeigte, scheint sich der Abwehrstoff allein gegen die Influenza-Viren zur richten. Allerdings waren drei von ihnen auch toxisch für rote Blutkörperchen, für eine Behandlung von Menschen kommen sie also nicht in Frage. Diese Wirkung beschränkte sich aber auf Serotypen mit dem Oberflächenprotein H1. So waren die Erreger der Spanischen Grippe (1918) und der Schweinegrippe (2009) vom Typ H1N1, der Erreger der Vogelgrippe (2003) vom Typ H5N1. Die Peptide hindern die Viren daran, sich zu vermehren. Dagegen greift Urumi an einem kaum variablen Teil des Hämagglutinins H1 an, was zum Zerfall des ganzen Viruspartikels führt. Doch sei dies der erste Hinweis auf sein Potenzial im Kampf gegen Influenza-Viren, so die Forscher. Über die Nase verabreicht, war Urumin in der Lage, nicht geimpfte Mäuse vor einer tödlichen Dosis verschiedener Grippeviren zu schützen. Bei den behandelten Mäusen verringerte sich die Sterberate und die Zahl der Viren in der Lunge sank um 80 bis 90 Prozent im Vergleich zu den Kontrollen. Das Ergebnis: In der "geimpften" Gruppe starben weniger Mäuse. Eine neue Studie deutet jetzt darauf hin, dass Abwehrstoffe einer bestimmten Froschart aus Indien im Kampf gegen Grippeviren helfen könnten.

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