28-Jähriger nach Anschlag auf BVB-Bus festgenommen

Spezialkräfte der deutschen Polizei haben den mutmasslichen Anschlagstäter auf den Bus von Borussia Dortmund gefasst

Der Käufer spekulierte demnach auf fallende Kurse - die Höhe des Gewinns hänge von der Höhe des Kursverlustes ab. In vier Städten in Baden-Württemberg wurden Häuser durchsucht. Das mutmaßliche Motiv nannte er "verwerflich".

Herkunft und Art des beim Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus verwendeten Sprengstoffs ist noch nicht ermittelt.

Dem Verdächtigen werden von der Bundesanwaltschaft versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Bundesanwaltschaft zufolge, geht es wahrscheinlich um Aktienspekulationen im Zusammenhang mit der BVB-Aktie. Die Papiere haben den Angaben zufolge eine Laufzeit bis 17. Juni 2017. Bei einem massiven Verfall der Aktie von Borussia Dortmund hätte der Gewinn "ein Vielfaches des Einsatzes" betragen, teilten die Ermittler mit.

Der Kauf dieser Optionen sei aus dem Hotel L'Arrivée erfolgt, demselben Hotel, in dem die Mannschaft des BVB vor dem Champions-League-Spiel Gast war.

Offenbar wollte der Täter möglichst viele Spieler verletzen oder gar töten, um die Aktie des Vereins zum Absturz zu bringen und dann mit dem Verkauf der Optionsscheine ein Vermögen zu verdienen.

Polizeieinsätze gab es in Tübingen und Rottenburg am Neckar in Baden-Württemberg. Der Tatverdächtige komme aus Freudenstadt. Dies teilte die Bundesanwaltschaft am Freitagmorgen mit.

Berichte, die Polizei suche nach zwei Komplizen des Mannes, dementierte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler am Freitagmittag. Am Tag nach dem Anschlag hatten die Ermittler zunächst einen Iraker festgenommen, eine Beteiligung an dem Anschlag konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte, die Festnahme sei ein "großer Erfolg". Jetzt gehe es darum, "Beweise zu sichern und mögliche Hintergründe aufzuklären", erklärte er.

Der ARD-Terrorismusexperte Georg Mascolo sagte im DLF, es sei ungewöhnlich heimtückisch, dass jemand aus Habgier in Kauf nehme, eine komplette Bundesligamannschaft, Trainer und Betreuer umzubringen.

Der Verdächtig werde laut Polizei am Nachmittag einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt.

Der BVD dankte am Freitagmorgen den Behörden. "Dafür bedanken wir uns in aller Form und hoffen, dass in dem Tatverdächtigen nun der Verantwortliche für den niederträchtigen Anschlag auf unsere Spieler und Staff-Mitglieder gefasst werden konnte", hieß es in einer Stellungnahme von Klub-Boss Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhard Rauball.

BVB-Kapitän Marcel Schmelzer wünschte sich, "dass wir die tatsächlichen Hintergründe des Anschlags erfahren". "Für alle, die im Bus saßen, wären diese Informationen wichtig, denn sie würden den Verarbeitungsprozess deutlich erleichtern". Dabei wurde der Abwehrspieler Marc Bartra in dem Fahrzeug von Splittern getroffen und schwer verletzt. Den Angaben zufolge waren insgesamt drei Sprengsätze über eine Länge von zwölf Metern in einer Hecke entlang der Fahrstrecke des Busses angebracht und "zeitlich optimal gezündet" worden.

Die BVB-Spieler waren kurz vor dem Anschlag mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Champions League-Hinspiel gegen den AS Monaco abgefahren.

Bislang war unklar, welches Motiv hinter der Tat steckt.

Direkt nach dem Anschlag waren am Tatort gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden.

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