Astronomen sichteten neue "Super-Erde"

Exoplanet LHS 1140b

Künftige Teleskope wie beispielsweise das "James Webb"-Weltraumteleskop, das 2018 starten soll, oder das "Extremely Large Telescope" der Eso könnten aus der Art und Weise, wie die Atmosphäre das Sternenlicht filtert, Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung der Lufthülle erlauben". Der Exoplanet kreist rund 40 Lichtjahre von unserer Erde entfernt um den roten Zwergstern LHS 1140.

Forscher entdecken einen weiteren potenziell bewohnbaren Exoplaneten. Das Entscheidende aber: Seine Bahn führt ihn direkt vor seinem Stern vorbei – das erleichtert die Suche nach Leben und die Erforschung seiner Atmosphäre. Nachfolgebeobachtungen des LHS 1140 Systems, insbesondere mit dem Harps Instrument im Chilenischen La-Silla-Observatorium der Eso, konnten die Bahnbewegung des Exoplaneten genau bestimmen.

Der Planet LHS 1140b ist mit seinem Durchmesser von 18.000 Kilometern um einen Faktor 1,4 größer und hat fast sieben Mal mehr Masse als unsere Erde. Seine hohe Dichte spricht dafür, dass sein Eisenkern größer ist als der irdische Kern, wie die Forscher erklären.

Die Entdeckung der "Super-Erde" gelang mit dem Messinstrument MEarth von Cambridge. Rote Zwerge wie der Mutterstern von LHS 1140b sind deutlich kleiner und kühler als unsere Sonne.

Die ganze F.A.Z. jetzt auch im Web, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken. Bei dem neu entdeckten Himmelskörper bestünden jedoch die besten Aussichten, schon bald nach einer Atmosphäre und darin nach Anzeichen von Leben zu suchen, schreiben die Entdecker um Jason Dittmann vom US-amerikanischen Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik (CfA) im Fachblatt Nature. Der Planet trägt den Namen LHS 1140b.

Für die Untersuchung der "Super-Erde" machen sich die Astronomen den Umstand zunutze, dass er zufällig genau so seine Bahnen zieht, dass er von uns gesehen regelmäßig vor seinem Heimatstern vorbei wandert. So umkreist der Planet seinen Zwergstern alle 25 Tage, die Umlaufbahn befindet sich also in einer bewohnbaren Zone, in der Wasser theoretisch vorkommen kann. Für Lebensformen, wie wir sie kennen, ist die Existenz von flüssigem Wasser eine Voraussetzung.

Immer wieder sorgen neue Exoplaneten für Aufregung, weil Leben auf ihnen möglich sein könnte. Aus diesem Grund wird tief ins All geblickt.

Bei dem Planeten um LHS 1140 handelt es sich um eine sogenannte Supererde, also eine Welt, die größer und massereicher ist als unser Heimatplanet, aber noch kein neptunähnliches Objekt. Ein früher Magmaozean könnte die Gase und auch Wasserdampf für die Gashülle von LHS 1140b geliefert haben.

Welches Szenario tatsächlich stattgefunden hat und wie lebensfreundlich LHS 1140b wirklich ist, wird sich aber erst auf der Grundlage weiterer Beobachtungen zeigen.

"Über die Zusammensetzung der Atmosphäre können wir bisher nur spekulieren", sagt Dittmann.

Bislang wurden rund 30 derartige Exoplaneten entdeckt, auf denen Leben möglich sein könnte.

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