Erleichterung beim BVB nach Festnahme

Tatort Bild AFP

Das hat der Generalbundesanwalt mitgeteilt.

Der Festgenommene soll mit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB vor dem Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco einen Aktienbetrug geplant haben: Die Sprengstoffexplosionen sollten möglichst viele Spieler des Bundesligisten verletzen oder töten - und so die Aktie des Fußballvereins zum Sturz bringen. Der 28-Jährige habe drei verschiedene Derivate auf die Aktie von Borussia Dortmund erworben - die meisten davon am Tag des Angriffs selbst. Es handele sich um den 28-jährigen Sergej W, der die deutsche und die russische Staatsangehörigkeit habe, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft Frauke Köhler. Wäre die Aktie durch den Anschlag stark gefallen - beispielsweise, weil mehrere Spieler schwer verletzt oder getötet worden wären - wären die Optionen im Wert gestiegen. Die Bundesanwaltschaft beschuldigt ihn des versuchten Mords, der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und der gefährlichen Körperverletzung.

Wie viel Geld der Verdächtige im Fall des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus maximal an der Börse hätte gewinnen können, ist noch nicht klar.

Der Attentäter wollte vermutlich den Kurs der Aktie des Fußball-Bundesligisten beeinflussen. Die Papiere hätten eine Laufzeit bis zum 17. Juni. Die Ermittler vermuten deshalb Habgier als Motiv für die Tat. Darauf hatte er durch den Kauf von Optionsscheinen gesetzt.

Nach Angaben des Innenministeriums in Baden-Württemberg wurden im Zuge der Festnahme des Verdächtigen in vier Städten Wohnungen und Häuser durchsucht: in Freudenstadt, Rottenburg, Tübingen und Haiterbach (Landkreis Calw). Auch der Beschuldigte hatte dort zwei Tage vor dem Anschlag ein Zimmer bezogen - er hatte bereits im März das Zimmer für alle möglichen Spieltermine, die in Frage kamen, aber noch nicht feststanden, reserviert. Die Ermittler werden die Möglichkeit bei den weiteren Untersuchungen aber weiter im Blick behalten.

Nach Informationen von "Bild.de" und der Deutschen Presse-Agentur sucht die Polizei nach zwei Komplizen von Sergej W. Die beiden sollen den Angaben zufolge einen Leihwagen in Freudenstadt abgeholt haben - in dem dann möglicherweise die Sprengsätze nach Dortmund gebracht worden seien. Am ersten Handelstag nach dem Anschlag war die Aktie zunächst etwas abgerutscht, schloss letztlich aber 1,7 Prozent im Plus.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach von einem "besonders widerwärtigen Motiv", sollten sich die Vorwürfe bestätigen. Jetzt gehe es darum, Beweise zu sichern und mögliche Hintergründe aufzuklären. Das sei eher "ein Plot, den man aus Büchern kennt".

"Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der nordrhein-westfälischen Polizei wurden sehr intensiv und mit Hochdruck geführt". Der Mann sei dringend tatverdächtig, hieß es in einer Mitteilung der Behörde. Die Festnahme zeige auch, wie wichtig es sei, in alle Richtungen zu ermitteln.

Kapitän Marcel Schmelzer äußerte die Hoffnung, "dass wir die tatsächlichen Hintergründe des Anschlags erfahren". Drei Sprengsätze waren auf der Route des Mannschaftsbusses im Dortmunder Stadtteil Höchsten platziert worden.

Die BVB-Spieler waren kurz vor dem Anschlag mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Champions League-Hinspiel gegen den AS Monaco abgefahren.

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