Frankreich: Umfrage kurz vor Frankreich-Wahl sieht Macron vorn

Femen-Aktivistin „flachgelegt“ Le Pen reagiert ironisch

Aber Vorsicht: Neben Macron haben mit der Rechtsextremistin Marine Le Pen, dem Konservativen François Fillon und dem Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon noch drei weitere Bewerber nicht zu unterschätzende Chancen, sich für die zweite Runde zu qualifizieren. Einerseits stünden viele Franzosen den politischen und wirtschaftlichen Eliten, denen Macron zuzuordnen sei, kritisch gegenüber. Gemäss der Grossbank Credit Suisse ist die Volatilität des Indexes der 50 grössten kotierten Unternehmen der Euro-Zone, des Euro-Stoxx 50, deutlich gestiegen. Dies würde bedeuten, dass der Präsident aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Parlament einen Ministerpräsidenten, der aus einer anderen Partei als der eigenen kommt, ernennen müsste. Während Hamon vorschlägt, allen Bürgern eine monatliche Unterstützung in Höhe von 750 Euro zuzusichern und leichte Drogen zu legalisieren, verspricht Mélenchon, aus der EU auszutreten und Frankreich in ein friedliches europäisches Land ohne Atomenergie und starke Armee sowie mit absolut kostenloser medizinischer Versorgung zu verwandeln.

Eine Stichwahl zwischen Jean-Luc Mélenchon und Marine Le Pen würde aufgrund ihrer grundsätzlich unterschiedlichen politischen Ansichten eine gewisse Brisanz bergen, darunter in Bezug auf die Folgen für Europa und die Weltpolitik.

Die Situation ist offensichtlich sehr komplex. So bleibt nur, die Situation Schritt für Schritt und in Szenarien zu analysieren.

Das für die Börsen ungünstigste Szenario wäre, wenn sich in der ersten Wahlrunde Le Pen und ihr linksaußengerichteter Rivale Melenchon durchsetzen. In diesem Fall dürften die Aktienmärkte zunächst beruhigt sein und könnten sich vorübergehend auf die guten fundamentalen Daten konzentrieren. Die Märkte würden ein solches Ergebnis am Sonntag mit Verkäufen von französische Staatsanleihen, dem Euro und Risikopapieren aller Art quittieren, sagte Burkert. Es ist davon auszugehen, dass die Notenbank im Falle größerer Turbulenzen beruhigend eingreifen würde, und sei es auch nur verbal, wie es Mario Draghi in den letzten Jahren einige Male bereits getan hat.

Ach ja, und dann sei in dieser Woche auch noch die überraschende Ankündigung von Neuwahlen in Großbritannien gekommen. Jedoch haben der unerwartete Sieg von Donald Trump bei den Präsidentschafts-Wahlen in den USA und das Votum der Briten für den EU-Ausstieg gezeigt, dass Umfrageinstitute irren können. Die ohnehin knapp bemessene Verhandlungszeit werde also noch weniger.

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