FrankreichAyrault kündigt Beweise für Giftgas-Einsatz in Syrien an

Bei dem Angriff auf den syrischen Ort Chan Scheichun ist nach Angaben von Experten das Nervengas Sarin oder eine ähnliche Substanz eingesetzt worden

Nach britischen und türkischen Analysen hat nun auch die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) den Einsatz von Giftgas bestätigt: Die Analyse von Proben habe gezeigt, dass "Sarin oder eine Sarin vergleichbare Substanz in Chan Scheichun" eingesetzt worden sei, meldete die britische Delegation bei der OPCW sowie die französische Botschaft in den Niederlanden auf Twitter. Proben von zehn Opfern des Angriffs, die in vier Labors untersucht worden seien, zeigten "die Einwirkung von Sarin oder Sarin-ähnlichen Substanzen".

Frankreich hat nach Angaben von Außenminister Ayrault Beweise dafür, dass die syrische Regierung für einen Chemiewaffeneinsatz Anfang April in Chan Scheichun verantwortlich ist. Der Westen macht Syriens Präsidenten Bashar al-Assad dafür verantwortlich, die USA bombardierten einen syrischen Militärstützpunkt. "Das ist eine Frage von Tagen, aber wir werden den Beweis erbringen, dass das Regime tatsächlich diese Luftangriffe mit Chemiewaffen organisiert hat". "Ich habe eine Überzeugung, in einigen Tagen werde ich Ihnen Beweise bringen können".

Die Regierung in Damaskus hat Berichte über einen syrischen Angriff dagegen als Lügenmärchen zurückgewiesen. Die syrische Armee verfüge über keine Chemiewaffen mehr. Ayrault sagte am Mittwoch, die Geheimdienste seines Landes würden in den kommenden Tagen entsprechende Belege präsentieren.

Der Westen wirft der syrischen Luftwaffe vor, am 4. April einen Giftgasangriff auf die Kleinstadt Khan Sheikhoun im Nordwesten Syriens geflogen zu haben. "Sie zeigen, dass das Regime absichtlich Chemiewaffen eingesetzt hat", betonte Ayrault.

In Syrien wurde am Mittwoch die Evakuierung mehrerer belagerter Städte fortgesetzt. An dem Kontrollpunkt hatte sich am Samstag ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und 126 Menschen mit in den Tod gerissen hatte, darunter fast 70 Kinder. Insgesamt sollen 30.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

In der nordsyrischen Stadt Aleppo wurden am Mittwoch nach Angaben des Staatsfernsehens bei der Explosion einer Bombe mindestens sechs Menschen getötet und 32 weitere verletzt.

Related:

Comments

Latest news

Super-Erde LHS 1140b von Forschern entdeckt
Bei der neu entdeckten "Super-Erde" allerdings bestehen laut ihren Entdeckern die besten Chancen auf die Entdeckung von Leben. Heimat extraterrestrischen Lebens? Die Bedingungen auf LHS 1140b scheinen dafür günstig zu sein (künstlerische Darstellung).

Microsoft Authenticator: "Passwort war gestern" jetzt für alle erhältlich
Microsoft will den Login-Vorgang jetzt vereinfachen und ersetzt das Passwort ganz - durch eine Bestätigung über das Smartphone. Wer den Authenticator bereits zuvor genutzt hat, muss die neue Methode über die Konto-Einstellungen freischalten.

35-Jähriger randaliert in Bordell und stirbt auf der Polizeiwache
Auch die zur Hilfe geeilten Beamten wurden von dem Mann tätlich angegriffen, so dass Pfefferspray eingesetzt werden musste. Auf der Wache will der aufgebrachte Mann auch keine Ruhe geben und lässt sich auch nicht untersuchen.

Offizieller Nachfolger von Wunderlist debütiert im App Store — Microsoft To-Do
Die Anwendung wurde vom selben Entwicklerteam wie Wunderlist entworfen, was Microsoft erst vor rund zwei Jahren gekauft hatte. Die Sicherheit von Wunderlist werde weiterhin gewährleistet, neue Funktionen werde es bis auf weiteres aber nicht mehr geben.

Nintendo Classic Mini
Die große Beliebtheit der Konsole verdeutlicht, dass Menschen auch heutzutage noch Spaß an Retrospielen haben. Hoffentlich kommt bald auch eine neue SNES und andere Konsolen wie die N64 oder die PlayStation 1 wieder auf den Markt.

Other news