Parteitag: Wahl der AfD-Spitzenkandidaten könnte ausfallen

Will nicht AfD-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl werden AfD-Chefin Frauke Petry

Die AfD bemüht sich derweil um Geschlossenheit. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die AfD eben keine Alternative für Deutschland ist und letztlich nicht über stabile Strukturen verfügt, dann haben Frauke Petry und die verbleibenden AfD-Verantwortlichen das letzte Argument geliefert. Er räumte ein, dass mit dem Rückzug Petrys ein Streitthema des Parteitags potenziell ausgeräumt sei. "Das ist kein Verzicht aus hehrem Anlass", sagte Riexinger der "Berliner Zeitung". Das Wählerpotential, so sagt es Petry in ihrer Botschaft, sei seit Herbst 2015 um die Hälfte geschrumpft. "Sie hat keine Chance gesehen, Spitzenkandidatin zu werden". Linken-Chef Riexinger findet ihren Verzicht auch skurril. So sagen auch einflussreiche Bundesvorstandsmitglieder wie der Berliner Landeschef Georg Pazderski, dass die AfD kein Spitzenteam brauche. Und es ist noch nicht lange her, dass die AfD für ihre Anhänger wie ein echtes Gegenmodell zu den etablierten Parteien gewirkt hat.

Am Wochenende nun steht der Wahlparteitag der Rechtspopulisten in Köln an.

Vergessen wir's. Nach dem Verzicht von Frauke Petry auf jegliche Beteiligung an einer Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl wird in der AfD einmal mehr alles anders werden. "Sie will die Bühne nicht mit innerparteilichen Konkurrenten teilen, sondern auf dem kommenden Parteitag in Köln erreichen, dass die AfD ganz ohne Spitzenkandidaten in den Wahlkampf zieht - um als Parteivorsitzende weiterhin die Nummer eins zu sein". Damit nimmt sie ihren Kritikern ein Stück weit den Wind aus den Segeln, erläutert ZDF-Hauptstadtstudioleiterin Bettina Schausten. Schon auf dem Parteitag in Stuttgart vor knapp einem Jahr machte Petry deutlich, dass sie ihrer Meinung nach für die Partei ein wichtiges Zugpferd darstellt. Sie kann damit am Ende gänzlich scheitern.

Monatelang hatte sie wissen lassen, dass sie gerne die alleinige Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl werden würde. Schließlich drücken nach der Rückzugserklärung gleich mehrere Landeschefs ihr Bedauern aus. "Ich weiß nicht, was an dieser Aussage unverständlich oder skandalös sein soll".

Dass Petry Björn Höcke vom rechten AfD-Flügel eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus bescheinige, nannte Gauland "Unsinn". Sie selbst sieht sich als Speerspitze des "Realo-Flügels". Auf Initiative Petrys hat die Partei nach Höckes umstrittenen Äusserungen zum Holocaust ein Parteiaustrittsverfahren gegen diesen eingeleitet, Gauland und andere Petry-Gegner stellten sich stets demonstrativ hinter Höcke. Zudem fordert der Bremer Landesverband, das Ausschlussverfahren gegen Höcke zu stoppen. Das Zoff-Potenzial bleibt also auch nach Petrys Verzichtserklärung groß. Unter anderem soll den AfD-Delegierten der Zugang zum Tagungshotel versperrt werden. "Zum Vorschein kommt immer mehr die rechtsextreme Gesinnung dieser menschen- und europafeindlichen Partei".

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