Venezuela: Tote und Tränengaswolken: Lage in Venezuela eskaliert

Immer wieder kommt es in Caracas zu Massendemonstrationen

Bei einer Massendemonstration gegen eine drohende Diktatur in Venezuela ist es in der Hauptstadt Caracas zu schweren Ausschreitungen mit mindestens einem Toten gekommen. Zudem kam es allein am Mittwoch zu über 400 Festnahmen. Bei einer Gegendemonstration marschierten Zehntausende Anhänger der Sozialisten. Gerade in den Armenvierteln ist der Rückhalt für die Regierung weiterhin hoch. Das Militär wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Auslöser der seit Anfang April andauernden Proteste war die zeitweise Entmachtung des Parlaments durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs.

Seit 1999 wird das Land von den Sozialisten regiert und ist trotz der großen Ölvorkommen in seine bisher schlimmste Versorgungskrise geschlittert. Deshalb und wegen der hohen Inflation können kaum noch Lebensmittel und Medikamente importiert werden, die in Euro oder Dollar zu bezahlen sind. Schlangen und leere Supermarktregale prägen überall das Bild.

Zuvor war ein 17-Jähriger in der Hauptstadt Caracas gestorben. Ein 17-Jähriger starb in Caracs durch einen Kopfschuss, eine junge Frau starb in San Cristóbal auf die gleiche Weise. Die Opposition machte Motorrad-Milizen der Sozialisten für den Angriff verantwortlich.

Die Opposition fordert Neuwahlen und macht Präsident Maduro für die schwere politische und ökonomische Krise verantwortlich. Maduro bezeichnete die Demonstranten als "Terroristen" und sprach von einer "Konspiration".

Er beschuldigt die Opposition, zusammen mit dem Ausland eine Intervention zum Sturz der Regierung vorzubereiten. Diese kündigte weitere Proteste für heute an. Er hatte 2013 knapp gegen Maduro verloren und war zuletzt von der Regierung für 15 Jahre von einer Kandidatur bei Wahlen ausgeschlossen worden - der Gouverneur des Bundesstaats Miranda will das nicht akzeptieren. Viele Zufahrtsstrassen nach Caracas und Metrostationen waren geschlossen, um eine Anreise zu der Oppositions-Demonstration zu erschweren.

Im Parlament hat das Oppositionsbündnis "Mesa de la Unidad Democrática" aus konservativen, Liberalen, sozialdemokratischen und indigenen Parteien zwar eine deutliche Mehrheit, ist aber de facto politisch wirkungslos. Laut einer Einschätzung des der Opposition nahestehenden Umfrageinstituts Meganalisis sollen am Mittwoch in Venezuela bis zu sechs Millionen Menschen demonstriert haben. Amtliche Zahlen wurden hierzu nicht veröffentlicht. Wegen der Krise und der zunehmenden Gewalt hatten zuletzt tausende Menschen das Land verlassen und flüchteten vor allem in das Nachbarland Brasilien. Die Polizei setzte Tränengas ein, um Demonstranten auseinanderzutreiben. US-Außenminister Rex Tillerson warnte vor einer Eskalation: "Wir sind besorgt, dass die Regierung Maduro die eigene Verfassung verletzt und der Opposition nicht erlaubt, dass ihre Stimmen gehört werden".

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