Verkehrspolitik - Fast 2.000 neue Ladestationen für E-Autos in Deutschland

Auto mit Elektrostecker ist auf Boden aufgemalt

Bonn. Nach jahrelangem Stocken kommt der Ausbau von Stromladesäulen für Elektroautos langsam in Fahrt. "Trotz erkennbarer Schwerpunkte in den Ballungszentren bieten auch immer mehr regionale Anbieter öffentliche Ladepunkte an".

Die Bundesnetzagentur hat eine interaktive Übersichtskarte von öffentlichen Ladepunkten für Elektroautos in Deutschland veröffentlicht. "Wir sind zuversichtlich, dass der Ausbau der öffentlichen Ladestruktur zügig voranschreiten wird", sagte Netzagenturchef Jochen Homann.

Besonders im ländlichen Raum mangelt es noch an Ladestationen für Elektroautos. Vergangenes Jahr hatte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, angekündigt, deutsche Hersteller wollten bis 2020 ihr Elektroautoangebot auf knapp 100 Modelle erhöhen.

Nordrhein-Westfalen liegt bei der regionalen Verteilung der Stationen mit 354 Ladepunkten bundesweit auf Platz zwei, nur in Bayern stehen mehr Ladepunkte für Elektroautos (442). Gut ausgebaut ist das Netz vor allem in Dortmund (54) und Essen (30 öffentliche Ladepunkte) sowie dem Rhein-Sieg-Kreis (23).

Die Karte enthält die Ladesäulen aller Betreiber, die das Anzeigeverfahren der Bundesnetzagentur nach der Ladesäulenverordnung erfolgreich durchlaufen haben und der Veröffentlichung der Ladepunkte zugestimmt haben. Sie werden dann technisch überprüft - unter anderem darauf, ob sie die vorgeschriebenen Steckertypen anbieten.

"Wir sehen die Entwicklung positiv".

Die Bundesnetzagentur räumte ein, dass die Karte lediglich ein vollständiges Bild der Schnellladestationen - also solche mit mehr als 22 Kilowatt - sowie der nach März 2016 meldepflichtigen Ladestationen widerspiegelt. Mit Schnellladern kann die Ladezeit von mehreren Stunden auf eine halbe Stunde verkürzt werden.

Nach Schätzungen des Beratungsgremiums Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) sind bis 2020 insgesamt 70 000 Ladepunkte und 7100 Schnellladesäulen notwendig, um die von der Bundesregierung angestrebte Zahl von einer Million Elektroautos zu versorgen. Von dieser Zielmake ist die Autoindustrie derzeit weit entfernt: In Deutschland sind laut Kraftfahrtbundesamt derzeit insgesamt rund 45,8 Millionen Autos zugelassen. Die Politik müsse endlich den Willen zeigen, den E-Autos zum Durchbruch zu verhelfen. Aus dem mit 1,2 Milliarden Euro gefüllten Fördertopf seien erst 55 Millionen Euro abgerufen, berichtet die Branchenzeitung "Automobilwoche".

Die Kaufprämie kann seit Juli 2016 beantragt werden.

Bis zu 300.000 Fahrzeugkäufe könnten theoretisch subventioniert werden.

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