Android-Apps unterstützen Ultraschall-Tracking

Blau Rot Muster Schall Simulation	Bildquelle Stanford University

Mindestens 234 Android-Apps nutzen bereits jetzt eine als Ultrasound Cross-Device Tracking (uXDT) bezeichnete Technik, um ohne Zustimmung der Nutzer im Hintergrund deren Nutzungsverhalten zu ermitteln. Sie könne genutzt werden, um Informationen über benutzte Apps, besuchte Orte und aufgerufene Websites zu sammeln.

Konkret werde die Technik benutzt, um standortbezogene Werbung wie Rabattcoupons oder Gutscheine anzuzeigen.

Bei Tests fanden die Wissenschaftler heraus, dass die genaueste Erkennung des Ultraschall-Trackingsignals bei einer Entfernung bis zu zwei Metern erfolgt. Auch wenn der Anteil der Appps, die uXDT nutzen, mit 0,018 Prozent sehr gering erscheint, hat sich ihre Zahl in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Untersucht wurden insgesamt 1,3 Millionen Android-Apps. Im April 2015 waren 6 von 1,3 Millionen Apps betroffen.

Per Ultraschall-Signal im Frequenzbereich von 18 bis 20 kHz, das für den Menschen nicht hörbar ist, wird eine kleine Datensequenz (uBeacon) kodiert - eingebettet in Werbespots für Fernsehen und Radio oder sogar in Werbebannern auf Internetseiten. Sie können jedoch von Mikrofonen mobiler aufgezeichnet werden. Ein Lautsprecher in einem Warenregal kann so beispielsweise einer Smartphone-App per Ultraschall die Information liefern, dass der Nutzer in einem Schuhgeschäft ist. Viele der Ultraschall nutzenden Apps seien mehrere Millionen Mal heruntergeladen worden. Als Beispiele nennen sie das Spiel Pinoy Henyo sowie die Apps der Fast-Food-Ketten McDonalds und Krispy Kreme genannt.

Generell stufen sie das Ultraschall-Tracking als "eine Bedrohung für die Privatsphäre" ein, da es "unbemerktes Tracking von Standorten, Verhalten und Geräten" erlaube. Smartphones mit einer geeigneten App können damit beispielsweise einen Cookie auf dem Gerät setzen. "Ein Bösewicht könnte sogar präzise sensible Inhalte wie politische Dokumentationen oder Filme für Erwachsene einer bestimmten Person zuordnen - sogar an unterschiedlichen Standorten", heißt es in dem Bericht.

Bedenklich sei die Nutzung der Technologie auch deshalb, weil Nutzer nicht erkennen können, welche Apps auf Ultraschallsignale aus ihrer Umgebung warten. Der einzige mögliche Hinweis sei die Berechtigung für den Mikrofonzugriff. Wann und in welchem Geschäft oder Lokal der Kunde ist, was er kauft oder bestellt - diese Angaben werden laut den Forschern gescannt, wenn der Benutzer die App aktiviert.

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