CDU gewinnt Wahl in Schleswig-Holstein

Daniel Günther CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl kommt in Kiel zur Wahlparty der Partei. Er ist umringt von Anhängern. Links läuft die ehemalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder

Zur Möglichkeit einer von ihm geführten Ampel-Koalition mit Grünen und FDP sagte Albig: "Wenn es uns weiter braucht als SPD, was wir heute noch gar nicht sehen, werden wir auch das machen". "Da muss sich Martin Schulz sich mächtig ins Zeug legen". In NRW seien die Karten "ganz anders verteilt" als in Schleswig-Holstein, sagt auch SPD-Generalsekretärin Katarina Barley, die den Grund für die Niederlage auf das strukturell eher konservative Schleswig-Holstein schiebt. "Wir Grüne können Wahlen gewinnen", sagte Landesvorstandssprecherin, Christin Melcher, in Dresden. "Die Fehler, die in Schleswig-Holstein gemacht wurden, müssen jetzt schnell analysiert werden". Die CDU war bereits bei der Landtagswahl 2012 prozentual stärkste Kraft gewesen, die Regierung stellten aber SPD, Grüne und SSW. Im Land zwischen den Küsten lagen Christdemokraten und Sozialdemokraten traditionell weiter auseinander als in anderen Bundesländern - ein Phänomen, das sich nach der Barschel-Affäre Ende der 80er-Jahre verstärkt hat. "Wenn die Union in einer Woche in NRW nun auch noch gewinnen sollte, und das halte ich nach dem heutigen Tag für durchaus möglich, dann sehe ich schwarz für die SPD bei der Bundestagswahl". Auch ihre Popularität hat zum Stimmenzuwachs der CDU in Schleswig-Holstein beigetragen. "Trotz steigender Temperaturen werden sich die Sozialdemokraten warm anziehen müssen".

Der Herausforderer von der CDU hat es im Endspurt des Wahlkampfes geschafft, sich bekannt zu machen. Die Niederlage in Schleswig-Holstein ist auch seine Niederlage.

Obwohl die SPD in den Umfragen auf Werte um 30 Prozent abgesackt ist, strebt Albig nach wie vor eine Fortsetzung der jetzigen Koalition an. Schleswig-Holstein ist ein strukturkonservatives Land. Also "Jamaika" - ein Bündnis aus CDU, FDP und Grünen, den Farben der Fahne des Karibikstaates? Natürlich verweisen sie darauf, dass die SPD in allen bundesweiten Umfragen zwischen 28 und 30 Prozent steht und damit sechs bis acht Punkte über dem Niveau des vergangenen Jahres. Der Union an Rhein und Ruhr gebe das Wahlergebnis Auftrieb. "Wir kämpfen weiter für ein gerechteres Deutschland und den zukünftigen Bundeskanzler Martin Schulz". Kopfschüttelnd hatte man im Umfeld des Ministerpräsidenten zuletzt ein Interview zur Kenntnis genommen, in dem Albig sich über das Ende seiner Ehe ausgelassen hatte. AfD-Bundesvorstandsmitglied Paul Hampel sprach von einem "befriedigenden Ergebnis".

Als Gründe für das relativ schwache Abschneiden der AfD führten die Forscher "ein miserables Parteiimage" und eine "mangelhafte Abgrenzung nach rechts außen" an.

In Schleswig-Holstein hat die mit Spannung erwartete Wahl eines neuen Landtags begonnen.

Günther hatte alles andere als einen leichten Start in den Wahlkampf. Ebenfalls deutlich zweistellig fiel auch das Ergebnis bei der FDP aus.

Bleibt die Frage, ob es in Schleswig-Holstein zwangsläufig zu einer Großen Koalition kommen wird. Der nordrhein-westfälische CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet sei auf Augenhöhe mit SPD-Amtsinhaberin Hannelore Kraft.

Der Einzug der AfD in den Landtag war eine knappe Sache, die Zeiten der hohen Ergebnisse für die Rechtspopulisten könnten vorbei sein. Die Grünen müssten Schwarz-Gelb zu einer Mehrheit verhelfen oder die Liberalen Rot-Grün.

Wie ungewöhnlich die Abwahl eines amtierenden Regierungschefs in einem deutschen Bundesland ist, mag die Statistik der vergangenen Jahre verdeutlichen: In den letzten neun Landtagswahlen konnte sich der Amtsinhaber stets behaupten. Der Spitzengrüne und Landwirtschaftsminister Robert Habeck sagte: "Das Ergebnis ist supi". Denn die Stammwähler beider Parteien würde ein solcher Schritt wohl stark verunsichern. Die Wende dann nur zehn Tage vor der Wahl: Erstmals hatte da die CDU die Nase vorn.

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