Komplexe Finanzwetten: Bafin verbietet manche CFDs für Privatanleger

BaFin verbietet riskante Hebelprodukte für Private

Privatanleger, die aus Unkenntnis in die hochriskanten Anlageprodukte investierten, sollen besser geschützt werden, begründete die deutsche Finanzaufsicht und berief eine Anhörung zu diesem Thema. "Sie haben ein für Privatkunden unkalkulierbares Verlustrisiko".

"Mit der Beschränkung machen wir erstmalig von der Möglichkeit zur Produktintervention Gebrauch", so Bafin-Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele.

Anbieter von CFDs mit Nachschusspflicht haben ab Veröffentlichung der Allgemeinverfügung drei Monate Zeit, ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Entsprechende Pläne hatte die Finanzaufsicht bereits im Dezember angekündigt.

Bei Differenzgeschäften spekulieren Anleger auf die Kursentwicklung von Basiswerten - etwa von Aktien, Rohstoffen, Währungspaaren oder Zinssätzen. "Das Verlustrisiko ist nicht auf den Kapitaleinsatz des Kunden beschränkt, sondern kann sein gesamtes Vermögen erfassen und ein Vielfaches seines eingesetztes Kapitals betragen", erklärte die Behörde. "Das können wir aus Verbraucherschutzgründen nicht akzeptieren". Bei einer positiven Kursänderung des Basiswerts erhält der Anleger den Differenzbetrag, bei einer negativen muss er ihn ausgleichen.

Die Anbieter von CFDs hatten zu Jahresbeginn noch versucht, die Verbotspläne der Bafin abzuwenden, indem sie schärfere Regeln zur Selbstverpflichtung für die Branche vorschlugen.

Kontrakte mit einer Nachschusspflicht dürfen Privatkunden demnach künftig nicht mehr angeboten werden, teilte die Bafin mit. Die Behörde hatte bereits 2016 am Finanzmarkt interveniert und mit einem Verbot von sogenannten Bonitätsanleihen gedroht. Nach Zugeständnissen der Finanzbranche hatte sie aber darauf verzichtet.

Related:

Comments

Latest news

Milliarden-Deal: Berlin und Bund unterzeichnen Hauptstadtvertrag
Für den Hauptstadtkulturfonds, von dem etwa die freie Kulturszene profitiert, fließen 15 statt 10 Millionen Euro pro Jahr. Für "hauptstadtbedingte Sicherheitsausgaben" wird Berlin über die Vertragslaufzeit rund 1,1 Milliarden Euro erhalten.

FDP schließt Ampel-Koalition in Schleswig-Holstein unter Führung Albigs aus
In jüngsten bundesweiten Erhebungen fiel die Partei aber wieder unter die Marke von 30 Prozent mit deutlichem Abstand zur Union. Bei den anstehenden Gesprächen hätten die Grünen als bisheriger Regierungspartner einen weiteren Weg zurückzulegen als die FDP .

Spotify & Co machen gegen Apple und Google mobil
Aber auch Apples Preismodell, das Apple Entwicklern für kostenpflichtige Plattformen anbietet, scheint Spotify zu stören. Im Verlauf des Jahres ist eine neue Richtlinie geplant, die hier künftig die Marschrichtung der Politik vorgeben soll.

Saudi-Arabien und Russland für Verlängerung der Öl-Fördergrenze
Bislang haben sich die Länder weitgehend an die Vereinbarung gehalten, allerdings ohne ihre Ziele nachhaltig zu erreichen. Der Preis der Ölpreis-Sorte Brent zog am Morgen in London leicht an und notierte bei 49,38 Dollar 0,6 Prozent im Plus.

Familiendrama - Mutter tötet sich und ihre zwei Kinder
Demnach seien die Leichen der 44jährigen und der sechs und sieben Jahre alten Kinder in der Wohnung der Familie gefunden worden. Schock in Arnsberg: Eine Frau tötet nach ersten Erkenntnissen der Polizei ihre beiden Kinder und nimmt sich selbst das Leben.

Other news