Liveblog zu Schleswig-Holstein CDU siegt klar vor SPD - Schulz ärgert sich

Nach Landtagswahl in Schleswig-Holstein CDU-Wahlsieger gegen große Koalition

Nach dem CDU-Wahlsieg bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein rückt die Frage der neuen Regierungsbildung in den Mittelpunkt. Sie strebt nun eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen an. Die Union von Kanzlerin Angela Merkel geht jetzt mit Rückenwind in die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am nächsten Sonntag.

Als Wahlsieger können sich nach einem starken Abschneiden auch Grüne und FDP fühlen.

Offen ist, welche Koalition künftig das nördlichste Bundesland regieren wird. Der Kieler CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther habe "mit einem klaren Kurs und klaren Botschaften gewonnen". Die Grünen favorisieren zwar eine Ampel mit SPD und FDP, für die es ebenfalls eine Mehrheit gibt. Es sind jedoch auch andere Dreier-Konstellationen denkbar.

Die umworbene FDP hielt sich bedeckt. Möglich wäre auch eine große Koalition aus CDU und SPD, die aber bei beiden Parteien wenig beliebt ist.

Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt die CDU auf 32,5 bis 32,9 Prozent. Die Linke scheiterte mit 3,8 Prozent erneut an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Piraten flogen mit nur noch 1,2 Prozent aus dem Parlament.

Den Hochrechnungen zufolge erhält die CDU im neuen Landtag 24 bis 26 Sitze, während auf die SPD 19 bis 20 Mandate entfallen. Die Wahlbeteiligung steigt um rund fünf Punkte auf 65 bis 65,5 Prozent.

Der CDU hat erstmals seit zwölf Jahren wieder die Chance, aus der Opposition heraus ein Land zurückzugewinnen. Sie legte im Wahlkampf mit Günther eine fulminante Aufholjagd hin.

Albig räumte die Niederlage ein: "Alle unsere Wahlziele haben wir nicht erreicht."

Der Spitzenkandidat der CDU, Günther, sagte in Kiel, die Regierung Albig sei abgewählt. Die Grünen mit ihrem über die Landesgrenzen hinaus bekannten Zugpferd Robert Habeck - bisher Umwelt- und Agrarminister - schnitten deutlich besser ab als in den bundesweiten Umfragen. Er rief seine Partei auf, sich nun auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am kommenden Sonntag zu konzentrieren. Auch hier konnte die lange in Umfragen zurückliegende CDU zuletzt mit der regierenden SPD gleichziehen. Dafür stehe die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Auch bundesweit ist der von Schulz ausgelöste Umfrage-Höhenflug der SPD schon wieder weitgehend beendet. Die Union liegt wie früher deutlich vorn. In der Entscheidung zwischen einer sozialdemokratischen Konservativen (Merkel) oder einem konservativen Sozialdemokraten (Schulz) tendieren die Wähler nach kurzer Irritation offenbar wieder zur Amtsinhaberin. Zur Niederlage im Norden sagte Schulz: "Ich ärgere mich höllisch".

Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis erzielte die CDU am Sonntag 32,0 Prozent - im Vergleich zur Landtagswahl 2012 ein Plus von 1,2 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit 12,9 bis 13,0, die FDP mit 10,8 bis 11,2 und die AfD mit 5,5 bis 5,9 Prozent.

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