Schleswig-HolsteinCDU will mit Grünen und FDP regieren

Der Gewinner der Landtagswahl Daniel Günther ommt in der CDU-Parteizentrale in Berlin

Der Parteivorsitzende Martin Schulz sagte, er kenne Siege und Niederlagen.

Mitarbeiter einer Plakatfirma verladen in Neumünster ein Wahlplakat der SPD.

CDU-Wahlgewinner Daniel Günther auf dem Weg in den schleswig-holsteinischen Landtag.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die CDU auf 32,0 Prozent.

Nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt die CDU auf 33,0 bis 33,8 Prozent.

Die Chance für eine SPD-geführte Ampelkoalition mit Grünen und FDP sehen die Freidemokraten fast - wenn auch nicht ganz - bei Null.

Für die Grünen wird ihr schleswig-holsteinisches Zugpferd Robert Habeck mehr und mehr zum Hoffnungsträger.

Die Grünen um Umweltminister Robert Habeck kamen auf rund 13 Prozent, die FDP von Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki auf rund elf Prozent und der von der Fünfprozenthürde befreite SSW auf bis zu 3,5 Prozent. Er rief seine Partei auf, sich nun auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am kommenden Sonntag zu konzentrieren.

Bei der SPD war Wundenlecken angesagt. Je länger Martin Schulz Spitzenkandidat der SPD im Bund sei, desto besser würden die Ergebnisse für die CDU, sagte Kockert. Der bisherige Ministerpräsident Torsten Albig von der SPD machte dennoch deutlich, dass die SPD für Koalitionsgespräche zur Verfügung stehe. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann gab hier die Haltung vor und sagte, "unser Optimismus, unsere Bereitschaft zu kämpfen für eine andere Mehrheit im Bund ist ungebrochen". Albig transportierte im Zusammenhang mit der Trennung von seiner Frau ein überkommenes Frauenbild.

Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren war die CDU mit 30,8 Prozent hauchdünn vor der SPD (30,4) gelandet. Zehn Tage vor der Wahl hatte die CDU mit dem ehrgeizigen Spitzenkandidaten Günther erstmals die Nase vorn. Sellering erklärte, da werde nun genau hingeschaut werden müssen, aus welchen Gründen die SPD in Schleswig-Holstein verloren habe. "Das geht nur, wenn die CDU die Landesregierung anführt", sagte er in Berlin. Mit Blick auf eine "Jamaika-Koalition" mit Grünen und CDU sagte er, dass es zwischen FDP und Grünen in Schleswig-Holstein "keine unüberbrückbaren Differenzen" gebe.

Drittstärkste Kraft wurden die Grünen mit 12,9 Prozent, gefolgt von der FDP mit 11,5 Prozent.

Das ist allerdings nicht die der dafür benötigten Grünen. Die seit 2013 bestehende Partei schafft es bei der zwölften Landtagswahl in Folge in ein Landesparlament.

Damit ist die sogenannte Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW unter Leitung von Ministerpräsident Torsten Albig nach nur einer Legislaturperiode abgewählt. Dann doch eher Jamaika. Das zweistellige Ergebnis der Liberalen im Norden kommentiert Parteichef Christian Lindner mit den Worten, das sei eine "Motivation über Schleswig-Holstein hinaus".

Die Blicke richteten sich auch auf die NRW-Wahl am Sonntag. Beides habe dazu geführt, dass viele traditionelle Wähler von CDU, SPD und FDP wieder an die Urnen gegangen seien. "(.) Ich fordere sie jetzt auch noch einmal auf, Rot-Rot-Grün ein für alle mal auszuschließen". "Das ist ein sehr, sehr bitterer Tag", räumte Albig ein. Seine Partei habe eine deutliche Präferenz für eine Ampel mit SPD und FDP. Für die in den vergangenen fünf Jahren regierende Koalition aus SPD, Grünen und SSW - die Partei der dänischen Minderheit - reicht es nicht mehr.

Den Prognosen zufolge erhält die CDU im neuen Kieler Landtag 24 bis 25 Sitze, während auf die SPD 19 bis 20 Mandate entfallen.

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