Formel 1: Vettel sichert sich Pole in Russland

Schnell

Der Mercedes-Pilot setzte sich am Start nach wenigen Metern vor Vettel und feierte am Ende seinen ersten Sieg in seiner Karriere in der Königsklasse.

Und auch der Rennsonntag gab keinen Anlass, an der Scuderia zu zweifeln. Nur 0,6 Sekunden trennten den Sieger Valtteri Bottas und Sebastian Vettel am Ende des vierten WM-Laufs.

► Beim Großen Preis von Russland dominierte bislang der deutsche Werksrennstall - fast nach Belieben. Vettel, von der Pole Position gestartet, war bewusst, wo das Rennen eine ungeplante Richtung genommen hatte. Und auch am Rennsonntag lief der SF70-H sehr gut, das neue Auto von Ferrari funktioniert damit weiterhin auf allen erdenklichen Formel-1-Strecken. Rund einen Kilometer rasen die Boliden auf dem Kurs am Schwarzen Meer nach dem Start auf die erste echte Kurve zu, und Bottas nutzte den Windschatten, um von Position drei an Vettel vorbeizuziehen. Das interne Mercedes-Duell könnte also zum Trumpf für Vettel werden. Vettel sagt: "Es ist sehr eng zwischen uns und Mercedes". "Es ist noch ein bisschen surreal", sagte der frühere Williams-Pilot, der die überraschende Chance bei Mercedes beim Schopf gepackt hat. Vettel zeterte im Boxenfunk, wie man es von ihm gewohnt ist. Doch! Bei Fernando Alonso schon.

Damit stehen zum ersten Mal seit dem 22. Juni 2008 zwei Ferraris in der ersten Startreihe bei einem Grand Prix. Nur langsam konnte sich Valtteri Bottas durch das Fahrerlager von Sotschi bewegen, eine ganze Schar von Gratulanten klebte förmlich an dem Finnen. 81 Grand Prix musste er auf seinen ersten Sieg warten, den Pokal erhielt er aus den Händen von Russlands Präsident Wladimir Putin. Doch er schafft es auch immer wieder, sich aus dem Mittelfeldgeplänkel rauszuhalten und mit einem gesunden Grundspeed konsequent in der ersten Hälfte des Tableaus zu fahren.

Geduscht und in Freizeitklamotten war Lewis Hamilton längst bereit für die Abreise vom Ort seiner Niederlage, als der Mann des Tages noch immer Glückwünsche entgegennahm.

Bottas lässt sich durch nichts und niemanden aus der Konzentration bringen. Und die These, dass sich der Finne als ziemlich klare Nummer zwei der Silberpfeile entpuppen würde, muss neu überdacht werden. Das brauchte Zeit. Schumacher gewann erst in seinem fünften Jahr bei Ferrari seinen ersten von fünf Titeln in Serie mit den Italienern. Das hatten wir alles schon mal. Und ein Problem für Lewis Hamilton. Pascal Wehrlein wurde im Sauber 16. und Letzter. Bei Honda sind die Schweizer endlich wieder wichtiger Partner auf dem Weg nach oben. Logisch. Wer von der Pole startet, will auch gewinnen. Neu ist seit Sotschi, dass der SF70 H auch in der Qualifikation schneller sein kann. "Meine Power Unit hatte während der Formationsrunde nicht die übliche Power, deshalb sagte mir mein Ingenieur, ich soll ein paar Einstellungen am Lenkrad ändern", schilderte ein frustrierter Alonso. McLaren bleibt die Lachnummer des Fahrerlagers. "Heute hatten wir es etwas besser im Griff, aber es hat nicht gereicht".

Die Entscheidung zu Ungunsten Vettels fiel direkt zu Beginn des vierten Saisonlaufs. Vettels Annahme, dass die Mercedes-Fahrer bei den Trainingseinheiten geblufft hätten, erwies sich zum Leidwesen von Wolff und Mercedes-Teamoberaufseher Niki Lauda als falsch.

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