Bafin erwartet Ende der Gratiskultur bei Banken

Deutschlands Bankkunden müssen sich nach Einschätzung der Finanzaufsicht Bafin in der Zinsflaute an Gebühren für bisher kostenlose Leistungen gewöhnen

Bald nicht mehr zum Nulltarif?

"Wer Kunde einer gesunden Bank oder Sparkasse sein will, muss akzeptieren, dass das Institut aufwandsgerechte Preise verlangt und neue Ertragsquellen erschließt, wenn alte versiegen", sagte Bafin-Präsident Felix Hufeld in Frankfurt.

Insgesamt bearbeitete die Bafin im vergangenen Jahr gut 5160 Eingaben von Verbrauchern zu Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten, darunter knapp 4990 Beschwerden. Er hoffe, dass in einem Monat eine Position der beteiligten öffentlichen Instititionen fertig sei, sagte Hufeld bei der Vorstellung des Bafin-Jahresberichts in Frankfurt. "Eine verständliche, wenn auch kurzsichtige Haltung". "Je länger es dauert, desto stärker belastet es die ohnehin schwache Ertragslage der deutschen Banken - vor allem der Häuser, deren Hauptertragsquelle der Zinsüberschuss ist", sagte Hufeld. "Nur 17 Mal mussten wir dies förmlich anordnen, in anderen Fällen haben die Institute nach unserer Anhörung reagiert", sagte Bafin-Exekutivdirektorin Béatrice Freiwald.

Seit vergangenem Juni haben alle Menschen in Deutschland das Recht auf ein Konto mit grundlegenden Funktionen: Alle Banken sind seitdem verpflichtet, sogenannte Basiskonten anzubieten. Die Behörde kann den Instituten aber 'keine Vorgaben' bei der Ausgestaltung ihrer Kontomodelle oder der Gebühren machen. Sei das Entgelt für ein Basiskonto nicht wie gesetzlich vorgeschrieben angemessen, "können wir eine Bank anweisen, ihr Entgeltmodell entsprechend anzupassen". Berücksichtigt werden müsse auch das Nutzerverhalten.

Zahlreiche deutsche Geldhäuser bitten ihre Kunden mittlerweile beim Abheben am Geldautomat zur Kasse, was in der Öffentlichkeit für Kritik sorgt. Die meisten böten inzwischen auch bei Basiskonten mindestens zwei Modelle für unterschiedliche Nutzertypen an.

Zugleich mahnte Hufeld, die Geldhäuser müssten sich besser gegen Cyberangriffe wappnen. Wer meine, er sei auf der sicheren Seite, wenn er nur hier und da ein wenig an seinem IT-System herumbastelt, sitze einem gefährlichen Irrtum auf.

Ohne IT laufe im Finanzsektor heute nichts mehr. Das habe die Banken aber auch verwundbar gemacht.

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