BVB-Zoff: Calmund hat Verständnis für Watzke

BVB-Trainer Thomas Tuchel wollte sich nicht konkreter zu seiner Zukunft äußern

BVB-Trainer Thomas Tuchel zeigt sich unbeeindruckt von den Geschehnissen rund um seine Person. Wie lange Tuchel noch Dortmund-Trainer sein wird, ist also fraglich. Eine Gesellschaft, die sich nicht ein bisschen Zeit nimmt innezuhalten, zu reflektieren und zu verarbeiten, kapituliert demnach vor Attentätern und Bombenbauern?

Das Rauschen im Blätterwald war eindeutig: "Gegen Watzke kann Tuchel nicht gewinnen" (Bild), "Falsch verbunden" (kicker), "Überall Verletztheiten" (Süddeutsche), "Dissens mit Tuchel: Rauball stellt sich hinter Watzke" (WAZ) und "Über Watzkes Aussagen lässt sich nicht streiten" (Ruhr Nachrichten). Vielleicht hat er das Gefühl oder die Gewissheit, nicht mehr zerstören zu können, was ohnehin kaputt ist.

Am Tag nach dem Anschlag auf den BVB-Bus sei auch dem Coach das Recht eingeräumt worden, sich gegen die Austragung der Monaco-Partie am selben Abend auszusprechen.

Rauball widerspricht dabei der Tuchel-Aussage, wonach er "in die Entscheidung überhaupt nicht eingebunden" wurde. Thomas Tuchel habe dies intern aber nicht getan: "Ein solcher Wunsch ist nicht an uns herangetragen worden", sagte Rauball. Ein anderer Teamkollege kritisierte die taktische Arbeit Tuchels: "So viele Systemwechsel mitten im Spiel, zwei taktische Wechsel schon zur Halbzeit, das kann eigentlich nicht sein".

Aktuell Platz in der Tabelle und somit die direkte Champions-League-Qualifikation im Visier.

Tuchel gilt als "Kontroll-Freak" und Perfektionist.

Diese Worte sind ein schwacher Konter auf Tuchels verständliche Kritik am Kader, der ihm in dieser Saison zur Verfügung gestellt wurde. Drei Jahre Tuchel scheint für den BVB-Boss eines zuviel zu sein. Der Coach war für seinen Umgang mit der Situation allgemein gelobt worden.

Und die Option Favre wurde nicht nur von beiden Seiten umgehend dementiert, der BVB würde sich zudem den nächsten komplizierten Charakter ins Haus holen. Schließlich ist es noch nicht lange her, dass auf dem Boulevard über eine Verlängerung des bis 2018 datierten Vertrages im Falle eines Sieges der Borussia im Pokalfinale von Berlin am 27. Mai gegen Eintracht Frankfurt berichtet wurde. "Reibung muss da sein, aber es muss eine vertrauensvolle Reibung sein", kommentierte der Teammanager der Nationalmannschaft bei Sky.

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