Gegen Google & Co. - Deutsche Firmen schmieden Registrierungs-Plattform

Die Markt Dominanz von Internetgrößen wie Google ist deutschen Unternehmen ein Dorn im Auge. Sie wollen ein eigenes Portal

Mehrere deutsche Konzerne wollen mit einer Daten-Plattform gegen die Dominanz von US-Unternehmen wie Google und Facebook ankämpfen.

Mit der Allianz-Versicherung, dem Springer-Verlag, Daimler und der Deutschen Bank wollen sich nun vier deutsche Großkonzerne gegen die Übermacht der US-Datenplattformen zusammenschließen. Im Mittelpunkt des geplanten Dienstes soll ein zentraler Schlüssel stehen, mit dem man sich auf diversen Seiten einloggen kann. Die Nutzer sollen selbst bestimmen können, welche Daten hinterlegt und weitergegeben werden, was bei Facebook und Google derzeit eben gerade nicht der Fall sei. Das ist sicherlich praktisch, allerdings muss man ein gewisses Vertrauen in Facebook und Co. mitbringen.

Berlin. Deutsche Konzerne wollen US-Internet-Riesen entgegentreten und gemeinsam einen einheitlichen Zugang zu Online-Diensten anbieten.

Ziel sei eine Art Generalschlüssel, mit dem Kunden verschiedene Angebote von Unternehmen im Internet nutzen können. Nutzer können sich damit dann branchenübergreifend bei Internetdiensten registrieren und identifizieren. Offenbar soll die Lösung über eine Registrierung und Identifizierung weit hinausgehen.

Versprochen werden daher hohe Standards bei der Datensicherheit und dem Datenschutz. "Die Europäer sollten sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. Auch müssen die zuständigen Wettbewerbsbehörden zustimmen.

Die Initiative hat große Ausbaupläne für die Zukunft. Denkbar ist zudem ein Integration des digitalen Behördenzugangs oder die Abwicklung von Zahlungen. Unter anderem hätten kürzlich Gespräche mit der Deutschen Telekom begonnen. Wachgerüttelt wurden die Bürger vor allem durch die Enthüllungen von Edward Snowden, durch die bekanntwurde, dass die Tentakel der amerikanischen Geheimdienste in alle möglichen Bereiche des (digitalen) Lebens reichen.

Die neue Plattform solle mehr Komfort und mehr Sicherheit bieten, erklärten die beteiligten deutschen Unternehmen, darunter auch der Kartendienst Here von Daimler, BMW und Audi.

Weiteres Mitglied der Initiative ist der Technologie-Thinktank Core. Auch das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) sowie die European School of Management and Technology (ESMT) seien eingebunden, um das Projekt wissenschaftlich zu begleiten. "Die Kooperation versteht sich als wettbewerbsfähige, europäische Antwort auf die internationale Plattformwirtschaft", hieß es in der Mitteilung der Deutschen Bank.

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