Merkel sieht klaren Regierungsauftrag für Nord-CDU

Greift NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft hart an Linke Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht

NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft wollte partout keine Auswirkungen der SPD-Niederlagen im Saarland und in Schleswig-Holstein auf ihr Land sehen: "Beide Länder sind nicht mit Nordrhein-Westfalen vergleichbar und haben völlig andere Strukturen", sagte sie der dpa. Zwei Landtagswahlen später - vor Schleswig-Holstein verlor die SPD unter ihrem neuen Chef auch im Saarland - ist diese Offensive ins Stocken geraten. Auch die FDP ist dafür. Deren Spitzenkandidat Günther strebt ein Jamaika-Bündnis mit Grünen und FDP an.

Der Gewinner der Landtagswahl: Daniel Günther ommt in der CDU-Parteizentrale in Berlin an.

Berlin sz Angela Merkel tritt auf die Euphoriebremse, will nichts von einer Vorentscheidung mit Blick auf den 24. September wissen. Günther äußerte sich zuversichtlich, dass es der CDU gelingen werde, eine stabile Regierung zu bilden. Barley erklärte, auch in Schleswig-Holstein sei die Zustimmung zur Bundespolitik der SPD ungebrochen bei um die 30 Prozent. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz beschwor am Montag den Zusammenhalt der Sozialdemokraten und versuchte, mit einer wirtschaftspolitischen Grundsatzrede sein inhaltliches Profil zu schärfen. Er sei gemeinsam mit dem abgewählten Ministerpräsidenten Albig und den Mitgliedern des SPD-Präsidiums "in einer schwierigen Lage". Parteichef Stegner betonte im Anschluss, dabei sei es nicht um einen möglichen Rückzug des bisherigen Ministerpräsidenten Albig gegangen.

In seiner wirtschaftspolitischen Grundsatzrede vor der Berliner Industrie- und Handelskammer forderte der SPD-Kanzlerkandidat erneut eine Investitionsoffensive für Deutschland und warnte vor "Steuergeschenken mit der Gießkanne". Die CDU hat in Schleswig-Holstein klar gewonnen: Sie kommt auf 32,0 Prozent.

Mitarbeiter einer Plakatfirma verladen in Neumünster ein Wahlplakat der SPD.

In Schleswig-Holstein jedenfalls konnte der CDU-Spitzenmann Günther vor allem auch wegen des Kanzlerinnen-Faktors punkten. Auch insgesamt tendiere die Wahrscheinlichkeit einer Ampel aus SPD, Grünen und FDP "gegen null".

Kubicki schloss die Bildung einer Ampelkoalition unter Führung von Albig kategorisch aus. Dann doch eher Jamaika.

In Umfragen lagen die Sozialdemokraten zwischenzeitlich auf Augenhöhe mit der Union.

Scharf kritisierte Günther Äußerungen von SPD-Fraktionschef Ralf Stegner zu Regierungsambitionen. Er erkläre sich die spürbare Angst der SPD damit, dass "Jamaika" - ein Bündnis von CDU, Grünen und FDP - erfolgreich sein werde - "und die SPD auf Dauer in der Opposition bleibt". Für die Liberalen bestreitet Wolfgang Kubicki etliche Wahlkampf-Auftritte, die Grünen holen Robert Habeck. Die CDU habe von der Energiewende bis zur Einwanderungspolitik rote Linien gezogen, "die sie nur schwer wieder räumen kann". Kommende Woche will er Sondierungsgespräche mit FDP und Grünen aufnehmen.

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