Poker um Jamaika- oder Ampelkoalition in Schleswig-Holstein

Wahl in Schleswig-Holstein: Prognosen: CDU haushoch vorne - SPD verliert klar

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig denkt trotz der Niederlage seiner SPD bei der Landtagswahl nicht an Rücktritt.

Kiel. CDU-Landtagswahlsieger Daniel Günther will in der kommenden Woche Sondierungsgespräche mit den Grünen und der FDP über eine gemeinsame Koalition in Schleswig-Holstein starten. Auch die FDP ist dafür. Für die in den vergangenen fünf Jahren regierende Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW - die Partei der dänischen Minderheit - reichte es nicht mehr. Wenn die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin es am Sonntag bei der Landtagswahl im einwohnerstärksten Bundesland nicht schafft, das Ruder für die SPD herumzureißen, dürften die Zeichen auch für die Bundestagswahl im September auf Sturm stehen. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Konsequenz aus der Wahl im Norden klar. Eine große Koalition unter seiner Führung schloss Wahlsieger Günther praktisch aus.

"Schauen Sie sich nur den Zustand der Bundeswehr nach 12 Jahren CDU-Verantwortung für das Verteidigungsministerium an". Sondern versucht, Flagge zu zeigen, und geht bei einer Rede vor Wirtschaftsvertretern auf Distanz zur Linkspartei. Nach der verpatzten Saarland-Wahl musste SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz den nächsten Dämpfer für den erhofften Machtwechsel im Bund hinnehmen. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hatte zuletzt eindringlich vor einem rot-rot-grünen Kanzler Schulz gewarnt.

Die CDU hatte die Landtagswahl deutlich gewonnen. In ihrer Partei wird die Schuld an der Kiel-Pleite vor allem bei Torsten Albig gesehen.

In seiner wirtschaftspolitischen Grundsatzrede vor der Berliner Industrie- und Handelskammer forderte der SPD-Kanzlerkandidat erneut eine Investitionsoffensive für Deutschland und warnte vor "Steuergeschenken mit der Gießkanne".

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte ist sich indes sicher, dass von Schleswig-Holstein eine "Ansteckungsgefahr" für NRW ausgeht. FDP-Spitzenmann Wolfgang Kubicki bevorzugt ein Jamaika-Bündnis, legte sich aber nicht eindeutig fest. Dann doch eher Jamaika. Eine Große Koalition wäre "das falscheste Signal" nach so einer Wahl. Ihnen wäre eine Ampel lieber: Sie ist die "Favoriten-Koalition" von Landesvorstand, Fraktion und Ministern, wie Landeschefin Ruth Kastner in Kiel sagte. Dennoch rechne er sich Chancen aus, dass die CDU stärkste Partei werde. Die CDU habe von der Energiewende bis zur Einwanderungspolitik rote Linien gezogen, "die sie nur schwer wieder räumen kann".

Laschets CDU hat in jüngsten Umfragen und nach souverän gemeisterten TV-Auftritten klar zur SPD aufgeschlossen und liegt jetzt mit 32 Prozent Kopf an Kopf mit Krafts SPD.

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