Prognosen: Linkspolitiker Moon gewinnt Präsidentenwahl in Südkorea

Moon wird eher zugetraut Trump die Stirn zu bieten. Quelle Reuters

Nach einer gemeinsamen Wählerbefragung der Fernsehsender KBS, MBC und SBS, die am Dienstag nach der Schließung der Wahllokale (20.00 Uhr Ortszeit - 13.00 Uhr MESZ) veröffentlicht wurde, lag der linksliberale Oppositionskandidat Moon Jae In von der Demokratischen Partei mit 41,4 Prozent der abgegebenen Stimmen deutlich vorn. Sein größer Rivale, der Konservative Hong Jun Pyo, kann demnach mit 23,3 Prozent der Stimmen rechnen.

Die Neuwahlen in Südkorea waren notwendig geworden, nachdem die bisherige Präsidentin Park wegen eines Korruptionsskandals ihres Amtes enthoben worden war. Der 64-Jährige hat eine Kursänderung Seouls sowohl gegenüber Pjöngjang als auch den USA angedeutet. Die Beteiligung lag bei 77,2 Prozent, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die staatliche Wahlkommission berichtete. Am Abend versprach er vor Anhängern auf dem Gwanghwamun-Platz im Herzen von Seoul, er wolle ein "Präsident des Zusammenhalts" sein. Das Amtsenthebungsverfahren hat tiefe Wunden in Südkorea geschlagen. Der frühere Menschenrechtsanwalt hatte die Wahl vom Dezember 2012 gegen Park verloren.

Als Präsident will Moon den Einfluss der südkoreanischen Chaebols - das sind weit verzweigte Firmenkonzerne mit großem politischem Einfluss - begrenzen und die Beziehungen zu den atomar aufgerüsteten Machthabern in Nordkorea verbessern.

Die Botschaft der Wähler in Südkorea ist klar: Sie wollen einen Neuanfang - und Moon Jae In soll ihn umsetzen. Nach neun Jahren Regierung unter konservativen Regierungen erlebt Südkorea damit wieder einen Linksrutsch. Formal befinden sich Süd- und Nordkorea noch immer im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Mehr als 25 Prozent der Wahlberechtigten hatten per vorzeitiger Stimmabgabe bereits in der vergangenen Woche ihre Entscheidung getroffen. Immerhin hatte Moon angekündigt, sich unter nicht näher genannten Umständen mit Nordkoreas Führer Kim Jong-un zu treffen und den gemeinsamen Wirtschaftspark Kaesong wiederzueröffnen. Kritiker werfen Moon einen zu zurückhaltenden Kurs gegenüber Pjöngjang vor.

Nach den jüngsten Raketentests des Nordens und den Drohungen Trumps war der Wahlkampf in Südkorea von der Sicherheitspolitik dominiert. Die Arbeitslosenquote bei den unter Dreißigjährigen stieg zuletzt auf zehn Prozent. Er soll heute als neuer Staatschef vereidigt werden.

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