Russland: Vettel verpasst ersten Sieg in Sotschi - Bottas' erster Erfolg

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Denn vor zwei Wochen war Bottas der Erfolg noch nicht vergönnt gewesen.

Bluffte Mercedes - oder Ferrari so gut? In Russland waren die Italiener in allen Trainings voran. Noch zwischen die beiden Titelrivalen schob sich Vettels Ferrari-Kollege Kimi Räikkönen.

Nach dem völlig überraschenden Rücktritt von Weltmeister Nico Rosberg am Ende der vergangenen Saison entschied sich Mercedes unter großem Zeitdruck für Bottas als Nachfolger. Und Mercedes-Sportchef Toto Wolff rüffelt: "Lewis war schon am Freitag nicht so gut". Davon profitiert Sebastian Vettel. "Wir müssen uns strecken, um so gut wie möglich zu performen". Immerhin hielt er aber Hamilton ohne Mühe hinter sich und verdiente sich so den Besuch auf dem Siegerpodest. In Russland musste sich der Brite mit Rang vier begnügen. Der Engländer fuhr erstmals seit Juni des Vorjahres in einem Rennen, das er beendete, nicht auf das Podest. Mit nun 86 Punkten liegt der 29-Jährige 13 Zähler vor Hamilton (73) - und der Vizeweltmeister spürt bereits den vermeintlichen Nummer-2-Fahrer der Silberpfeile im Nacken. "Ich denke daran im Moment nicht", behauptete er.

Vielmehr beschäftigt Hamilton, warum er an der Schwarzmeer-Küste diesmal hinterherfuhr. Mal in der Formel 1 die Pole-Position. Zu jammernd, zu unbeständig, zu angespannt. Zumindest für Bottas war das keine Überraschung. Mit Ausnahme der ersten Runde war der Russland-Grand-Prix für den unparteiischen Zuschauer langweilig. Der Mercedes-Pilot setzte sich am Start nach wenigen Metern vor Vettel und feierte am Ende seinen ersten Sieg in seiner Karriere in der Königsklasse. Doch er schafft es auch immer wieder, sich aus dem Mittelfeldgeplänkel rauszuhalten und mit einem gesunden Grundspeed konsequent in der ersten Hälfte des Tableaus zu fahren. "Er hat bewiesen, dass er gewinnen kann". Er sieht in der gelungenen Basis am Freitag den Schlüssel: "Wir haben in den richtigen Bereichen gut angefangen, von daher ist es dann immer einfacher, darauf aufzubauen". "Ich muss erst einmal verstehen, wo der Speed an diesem Wochenende war", so der dreifache Weltmeister.

Auch Bottas war erleichtert.

Beim Gastspiel im Vergnügungsort von Vladimir Putin, der kurz vor Schluss mit dem Hubschrauber zum Smalltalk mit den Siegern einschwebte, hat die neue Formel 1 auch bewiesen, dass sogar Ein-Stopp-Rennen spannend und unterhaltsam sein können. Bei seinem Landsmann Mika Häkkinen etwa, Weltmeister von 1998 und 1999, waren es 96 gewesen. Das Duell sei nicht "heiß", sagt Lauda, das liege auch an Bottas' Charakter: "Der Finne redet nicht viel". Bottas war nach 27 Runden der erste aus dem Quartett an der Spitze, der planmäßig den Weg durch die Boxengasse ansteuerte.

Sein erster Anruf nach dem Triumph galt seiner Ehefrau Emilia, einer ehemaligen finnischen Olympia-Schwimmerin. Als Vettel in der letzten Runde vom überrundeten Williams-Piloten Felipe Massa leicht behindert wurde, war endgültig alles entschieden "Ich war mir nicht sicher, was er macht, dehalb habe ich ein bisschen zurückgenommen", sagte Vettel. Vorerst ist er bei den "Silberpfeilen" nur für ein Jahr gebunden.

In Sotschi sicherte sich "Hulk" mit einer speziellen Taktik seinen achten Platz.

Sebastian Vettels Jubel im Ferrari nahm fast schon weltmeisterliche Züge an.

Das Rennen begann etwas verspätet. "Ich hoffe, dass sie ihren Speed finden". "Es gibt viele Gerüchte". Wir haben eine starkes Auto, ein starkes Team. "Du warst wieder zwei Zehntel schneller als Vettel", bekam Bottas über Funk zu hören.

Ob das schon in Katalonien der Fall sein kann, wird sich weisen. Max Verstappen (NL) Red Bull 1:00,416, 6.

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