Comeys Sturz befeuert Spekulationen über Russland-Affäre

Donald Trump

Trump wies das zurück.

Comey erfuhr von seiner Entlassung übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge aus dem Fernsehen, während er in Los Angeles vor FBI-Mitarbeitern sprach. "Es war Zeit für einen Neuanfang", sagte Pence.

Es ist essenziell, eine neue Führung für das FBI zu finden, die das Vertrauen der Öffentlichkeit und das Zutrauen in die Kernaufgaben seiner Aufgaben in der Strafverfolgung wieder herstellt.

Nach Informationen der "New York Times" und der "Washington Post" bat Comey wenige Tage vor seiner Entlassung in einem Treffen mit dem stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein um deutlich mehr Geld und Personal für die Russland-Ermittlungen. Er galt schon deswegen eigentlich als unantastbar. Er war erst drei von geplanten zehn Jahren im Amt. Trump habe seine Macht mehr als einmal "in grotesker Weise missbraucht", fürchtet Analyst Jeffrey Tobin auf CNN.

Wie weit der Vergleich zwischen Trump und Nixon, Comey und Cox trägt, werden erst die weiteren Entwicklungen zeigen.

Medienberichten zufolge soll Trump fälschlich davon ausgegangen sein, mit seiner Entscheidung überparteiliche Zustimmung zu ernten.

Auch Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, sieht die Vorgänge kritisch: "Mich beruhigt, dass sowohl Demokraten als auch Republikaner einhellig ihre Entrüstung über diesen Vorgang zum Ausdruck bringen".

Das teilte das Präsidialamt am Dienstag mit.

Trump hatte die Entlassung mit Comeys Umgang mit der E-Mail-Affäre von Hillary Clinton begründet.

Schneller als erwartet rüttelt Trump an diesen Grundfesten seines Landes. Trump selbst verrät sich in seinem bizarren Entlassungsbrief: Comey habe ihn dreimal informiert, dass nicht gegen ihn ermittelt werde.

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats hat den ehemaligen FBI-Chef James Comey zu einer Anhörung am Dienstag hinter verschlossenen Türen eingeladen.

Im vergangenen Jahr hatte Trump das jetzt als Kündigungsbegründung genannte Verhalten des FBI-Direktors noch gelobt und daraus großen politischen Nutzen gezogen.

Der 56-jährige Comey wurde von Ex-Präsident Barack Obama berufen. Vorige Woche hatte er vor dem Kongress ausgesagt, eine Clinton-Mitarbeiterin habe Hunderte, wenn nicht Tausende E-Mails an den Laptop ihres Mannes geschickt. Die überraschende Entscheidung stieß auf heftige Kritik der oppositionellen Demokraten, aber auch republikanischer Politiker.

Der Ärger vieler Demokraten und die Wut Hillary Clintons über James Comey sind für Trump nur der willkommene Anlass, die Spitze des FBI mit einem loyalen Vertrauensmann zu besetzen.

Es stellt sich die Frage, ob alles nur ein Vorwand war, um Comey loszuwerden? Es sei klar, dass der von Trump handverlesene künftige FBI-Chef diese Ermittlung nicht objektiv führen können werde. Zwar fordert die Opposition in Washington nun die Einsetzung eines Sonderermittlers, der die Russland-Affäre untersuchen soll. Sein Kollege und Geheimdienstexperte Richard Burr äußerte sich ähnlich: "Der zeitliche Ablauf der Entlassung des FBI-Direktors ist besorgniserregend". Wenn sich Trump mit diesen autoritären Methoden durchsetzt, dann haben wir bald einen zweiten Erdogan in Washington, der Kritiker und Gegner gnadenlos mundtot macht. Schumer nannte die Entlassung einen schrecklichen Fehler. „Gleichwohl stimme ich völlig mit dem Justizministerium überein, dass Sie nicht in der Lage sind, das FBI effektiv zu führen“, schreibt Trump. Geschäftsführend übernahm Comeys Vize Andrew McCabe den Posten. Comeys Nachfolger bedarf der Zustimmung des Senats.

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