Formel 1: Bottas gewinnt vor Vettel und Räikkönen in Russland

Trainingsvierter

Sebastian Vettel auf Pole, Kimi Räikkönen daneben.

Bei Mercedes war man zunächst natürlich hocherfreut, nach der Qualifikationsniederlage gegen Ferrari doch noch gewonnen zu haben. Bereits war vom Ende der Dominanz der Silbernen die Rede gewesen. Dabei hätte Bottas allen Grund dazu gehabt. Ganz nebenbei war es für den Franzosen das beste Quali- und Rennergebnis seiner noch jungen Formel-1-Karriere.

Nach der durch Zwischenfälle verzögerten Freigabe des Rennens baute Bottas seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Schon im Qualifying fehlte dem dreifachen Weltmeister eine halbe Sekunde auf Pole-Mann Vettel. "Für Vettel und Ferrari ist es ein verdeckter Triumph". - Bottas brillierte auf dem Sochi Autodrom in Reinstform. Auch in der vorletzten Saison hatte er bis in die Schlussrunde auf Platz 3 gelegen, als er nach einer durch Räikkönen verschuldete Kollision zur Aufgabe gezwungen wurde. Schon am Samstag zeigte Ferrari, dass selbst der Kampf um die Pole Position mittlerweile keine reine Mercedes-Angelegenheit mehr ist. Mehr als Rang 2 lag für den Deutschen diesmal aber nicht drin. Der Engländer, der die ersten zwei Grands Prix von Russland gewonnen hatte, musste sich Rang 4 bescheiden. "Das spielt auch keine Rolle, solange wir schneller sind als die Autos, gegen die wir derzeit fahren". Die Mängel des Autos stellten ein zu grosses Handicap dar.

Ferrari scheint endlich wieder in Topform zu sein und lechzt zehn Jahre nach dem letzten Fahrertitel wieder nach einer Krone.

Das Feld war schnell von 20 auf 17 Fahrer reduziert. Die beiden Ferraris hatte er in Sotschi erst düpiert, dann erfolgreich auf Distanz gehalten und das gezeigt, was auch die Landsleute Kimi Raikkönen und Mika Häkkinen schon auszeichnete: Nervenstärke, Selbstbewusstsein und Arbeitsmoral. Kurz nach Beginn des Rennens war der Arbeitstag von Romain Grosjean im Haas und Jolyon Palmer im Renault zu Ende. "Der Weg bis zur zweiten Kurve ist hier sehr lang und es gibt viel Windschatten". Aufgrund eines frühen Unfalls rückte anschließend das Safety Car aus.

An der grundlegenden Hierarchie bei Mercedes hat Bottas' Sieg jedoch nichts geändert.

WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel dürfte es mit Interesse verfolgen. - Siege im Silberpfeil: Hamilton 33, Rosberg 23, Fangio 10, Moss 1.

Lewis Hamilton (l.) musste sich in Sotschi mit Platz vier begnügen. Nico Hülkenberg (GER), Renault, 96,188. Hamilton wurde in dem Rennen im McLaren Zehnter, Vettel im Toro Rosso Zwölfter. 18 Marcus Ericsson (SWE), Sauber-Ferrari. - 19 Fahrer gestartet, 16 klassiert. Und mittlerweile wirkt Valtteri Bottas auch in der öffentlichen Wahrnehmung wie ein ernsthafter Konkurrent für Teamrivale Lewis Hamilton. Sergio Perez (Mex) Force India 22, 7.

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