Fußball: Infantino: "FIFA-Bashing" als "Volkssport"

Gianni Infantino ist der Präsident der FIFA

Fifa-Präsident Gianni Infantino bekräftigt zum Auftakt des 67. Kongresses des Fussball-Weltverbandes seinen Standpunkt, dass "alle Regionen" in den Fifa-Gremien vertreten sein sollen. "Gerade in gewissen Ländern ist dieses FIFA-Bashing zum Volkssport geworden", sagte der Schweizer. Wir haben eine Organisation übernommen, die am Tiefpunkt war.

Die Ethikkommission um die abgesetzten Borbély und Eckert hatte dabei in den vergangenen Jahren gegen über 60 Fifa-Funktionäre ermittelt und unter anderen Blatter sowie den früheren Uefa-Chef Michel Platini zu mehrjährigen Sperren verurteilt. Die FIFA sei "eine Demokratie, keine Diktatur". Diese richtete sich gegen den Fifa-Entscheid, den angesehenen deutschen Richter Hans-Joachim Eckert sowie den Schweizer Chefermittler Cornel Borbely als Spitzen der Fifa-Ethikkommission abzusetzen. Die Kolumbianerin María Claudia Rojas agiert als neue Chef-Ermittlerin, der Grieche Vassilios Skouris übernimmt das Amt als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Reinhard Grindel, der in Bahrain als neues Mitglied zum ersten Mal an einer Sitzung des Fifa-Rats am Dienstag teilgenommen hatte, sagte, er habe sich einen "transparenteren" Prozess für die Personalauswahl der Kommissionen gewünscht.

DIE WELT: Herr Grindel, hat Sie die Absetzung der Führung der unabhängigen Fifa-Ethikkommission überrascht?

Zusätzlicher Aufreger: Die personelle Liste für die Besetzung der Kommissionen habe nicht - wie in Paragraf 27 vorgesehen - vier Monate vor der Wahl der Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura vorgelegen, bestätigten Fifa-nahe Quellen.

Dies wird damit begründet, dass es damals nicht ausreichend Personalvorschläge durch die Konföderationen gegeben hätte. Die Kongress-Entscheidung könnte nach Ansicht von Experten angefochten werden. Die FIFA betonte, dass es sich bei dem Zeitraum von vier Monaten nicht um eine Frist handle. Vielmehr solle genug Zeit gegeben werden, um beispielsweise Integritätschecks durchzuführen.

Ohne Namen zu nennen, lehnte Infantino öffentliche Ratschläge früherer Verantwortlicher ab. "Wo sind all die selbsternannten Good Governance Experten, sie sind alle kläglich gescheitert", sagte der 47-Jährige. "Ich möchte es ein für alle Mal klar sagen: Wir werden keine Good-Governance-Lektionen von denen annehmen, die kläglich gescheitert sind, den Fussball zu schützen".

In einer weiteren Abstimmung mit klarer Zustimmung wurde der Zeitplan für die Vergabe der XXL-WM 2026 beschlossen. Der Zuschlag fürs erste Turnier mit 48 Teilnehmern (bisher 32) soll zwei Jahre früher als geplant bereits im kommenden Jahr erfolgen. Potenzielle Kontrahenten der gemeinsamen Bewerbung der USA, Kanadas und Mexikos haben drei Monate Zeit. Verbände aus Europa und Asien sind als Gastgeber ausgeschlossen.

Im Konflikt zwischen Israel und Palästina konnte erneut keine Lösung gefunden werden. "Ich habe gelesen, dass sich Trump mit dem Komplex befassen will".

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