Hoffnungsträger: Merkel und EU wollen zusammen mit Macron Nationalismus bekämpfen

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Dass Macron zu den Klängen der Europa-Hymne "Ode an die Freude" aus dem letzten Satz der neunten Sinfonie Ludwig van Beethovens auf die Bühne kletterte, war ebenfalls kein Zufall: Der 39-Jährige will in den nächsten fünf Jahren beweisen, dass die EU Frankreichs Hoffnung ist und nicht sein Verderben, wie nicht nur viele Wähler der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen glauben.

Die französischen Partnerstädte und -gemeinden von Bad Säckingen, Herrischried, Laufenburg, Rickenbach, Wehr und Murg haben bei den Stichwahlen am Sonntag alle für den künftigen Präsidenten Emmanuel Macron gestimmt. Regierungssprecher Seibert machte aber klar, dass Berlin Forderungen nach gemeinsamen Anleihen der Euroländer - sogenannte Eurobonds - weiterhin ablehnt. Vor allem für die Arbeitsmarktreformen, die sehr wahrscheinlich auf Widerstand treffen werden, muss sich Macron im Volk und im Parlament Unterstützung sichern.

Der Sieg des sozialliberalen Pro-Europäers wurde international mit Erleichterung aufgenommen. Der Eurokurs fiel am Montag sogar leicht.

In Paris sagte er vor tausenden Anhängern, er werde mit aller Kraft gegen die Spaltung des Landes kämpfen und die Franzosen wieder mit Europa aussöhnen. Ein Eindruck, den der scheidende Präsident mit zahlreichen Gesten verstärkt: So fasst Hollande Macron am Arm, zeigt ihm den Weg.

Macron hatte nach seinem Erfolg vom Sonntag versucht, den Franzosen neues Selbstbewusstsein einzuimpfen. Ob Macron für seinen politischen Kurs eine Regierungsmehrheit bekommt, wird sich erst bei der Parlamentswahl im Juni zeigen. Der Anteil der Franzosen, die Macron überhaupt nicht leiden können, ist hoch. Deutschland und Frankreich seien schicksalhaft verbunden und stünden vor gemeinsamen Herausforderungen, um die EU in eine gute Zukunft zu führen. "En Marche" will in allen 577 Wahlkreisen mit eigenen Kandidaten antreten.

"En Marche!" wird sich umbenennen, in "La République en Marche". Ohne Mehrheit wäre Macron gezwungen, eine Regierung zu ernennen, der auch Politiker eines anderen politischen Lagers angehören. Das könnte seinen Handlungsspielraum stark einschränken.

Macron erhielt rund 20,8 Millionen Stimmen, fast doppelt so viele wie Le Pen (10,6 Millionen). Die Wahlbeteiligung lag bei eher geringen 75,05 Prozent der Wahlberechtigten. Etwa 4,2 Millionen Bürger gaben zwar ihren Stimmzettel ab, stimmten allerdings für keinen der beiden Kandidaten ("Vote blanc") oder beschädigten ihren Stimmzettel so stark, dass er nicht in die Wertung einging ("Vote nul").

Auch der Sprecher der katholischen Französischen Bischofskonferenz, Olivier Ribadeau Dumas, äußerte sich auf Twitter zu Macron: "Unsere Wünsche und Gebete begleiten ihn auf seiner schweren Mission im Dienste Frankreichs und zum Wohl der Gemeinschaft". Gabriel schlägt einen deutsch-französischen Investitionsfonds vor. Europa atmet auf, Frankreich hat sich gegen den Front National und damit gegen den EU-Ausstieg entschieden.

Der russische Staatschef Wladimir Putin rief Macron zur Überwindung von gegenseitigem Misstrauen auf. "Frankreich kann nur durch Strukturreformen ein nachhaltig höheres Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung erreichen", sagte er. Allerdings gibt es hinter den Kulissen zum Teil scharfe Kritik am Abschneiden Le Pens, das auch mit ihrem schwachen Auftritt im TV-Duell gegen Macron begründet wird.

Einer jüngsten Umfrage zufolge würde Macrons junge Bewegung "En Marche!" zwischen 24 und 26 Prozent erzielen und damit vor den Konservativen mit 22 Prozent, der FN mit bis zu 22 Prozent, der Linkspartei von Jean-Luc Melenchon mit bis zu 15 Prozent und den Sozialisten mit bis zu neun Prozent liegen.

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