Nach Wahl in Frankreich Hoffnung, Mut, Zuversicht: Berlin erwartet viel von Macron

Emmanuel Macron und Marine Le Pen

Zum Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Frankreich erklärt Carl Martin Welcker, Präsident des VDMA: "In der Maschinenbauindustrie herrscht große Erleichterung, dass sich in Frankreich die proeuropäischen Kräfte durchgesetzt haben". Am Sonntag übernimmt der 39-Jährige die Startcodes für Frankreichs Atombomben.

Macron will zudem am Vormittag an der traditionellen Gedenkfeier zum Jahrestag des Kriegsendes 1945 an der Seite des scheidenden Staatschefs François Hollande teilnehmen. Bei den Parlamentswahlen im Juni könnte der Front National erstmals mit einer signifikanten Zahl von Parlamentariern in die Nationalversammlung einziehen.

Bei einer Namensänderung der Partei muss Le Pen allerdings mit heftigem Widerstand von ihrem Vater rechnen.

Und dann ist die rechte Front National mit der Schlappe von Marine Le Pen ja nicht einfach in der Versenkung verschwunden. Das Land sei gespalten zwischen Patrioten und Globalisierern.

Emmanuel Macron hingegen könnte kaum unterschiedlicher sein: Er gehört momentan keiner Partei an, ist für den Zusammenhalt der EU und steht für eine liberale Flüchtlingspolitik. Die Reaktion der jungen Franzosen darauf lautet: Distanz von der Politik - oder Radikalisierung. Aber können sie die EU auch retten? Justizminister Heiko Maas (SPD) begrüßte Macrons Sieg als Etappensieg im Kampf gegen Rechtspopulismus. Der Europäische Jüdische Kongresses (EJC) in Brüssel sprach von einem "Sieg über Hass und Extremismus".

Zur Wahl sagte er: "Es ist ein ermutigendes Zeichen für Europa, dass sich mit Emmanuel Macron eine Stimme der Vernunft bei den französischen Präsidentschaftswahlen durchgesetzt hat".

Macron stand im Wahlkampf immer hinter der europäischen Idee.

Stattdessen fordert der Chef der CDU-Gruppe im EU-Parlament innenpolitische Reformen in Frankreich. Ein wirtschaftlich starkes Europa auch nicht. Er plädierte dafür, gemeinsam "für ein stärkeres und gerechtes Europa" einzutreten. "Glückwunsch an Emmanuel Macron und an das französische Volk, das sich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und nicht für Tyrannei und Fake News entschieden hat", betonte EU-Ratspräsident Donald Tusk. "Trotzdem gut gemacht", twitterte er.

Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon bringt sich mit seiner Bewegung "Das aufsässige Frankreich" ebenfalls in Stellung für die Wahl der Nationalversammlung. "Du gewinnst das nächste Mal - und ich auch!"

Auch bei der Bundespräsidentenwahl im Dezember vergangenen Jahres in Österreich und bei der Parlamentswahl im März in den Niederlanden konnten die rechtspopulistischen Parteien sich letztendlich nicht durchsetzen. Er setzt für die FN-Führung mittelfristig auf seine Enkelin Marion Marechal-Le Pen. Der Sieg ihrer Partei sei historisch, der Front National werde die größte Oppositionskraft gegen Macron sein. Knapp zwölf Millionen der 47 Millionen Wahlberechtigten hatten sich dem Urnengang verweigert, weitere vier Millionen gaben leere Stimmzettel ab. Die Wahlbeteiligung in der zweiten Runde war so niedrig wie seit 1969 nicht mehr, wie das Institut am Sonntagabend mitteilte. Nur wer 12,5 Prozent der Wahlberechtigten hinter sich hat, zieht in die zweite Runde der Parlamentswahlen ein. Die Abgeordneten im Wahlkreis sehen viel Arbeit auf den neuen Präsidenten zukommen.

Seit gestern Abend steht der neue Präsident Frankreichs fest: Emannuel Macron. Von den Wählern des Republikaners Francois Fillon waren es fast ein Drittel (32 Prozent).

►AfD-Chefin Frauke Petry gratulierte Le Pen ebenfalls, bedauerte die Wahlniederlage aber auch. Dagegen hatte Fillon direkt Macron empfohlen. Meinungsforscher hatten ihr vorhergesagt, an die 40-Prozent-Marke heranzukommen. In einem harten Wahlkampf hat er der Ultra-Nationalistin Le Pen die Stirn geboten. In Bandol, der Partnergemeinde von Wehr, schaffte Macron 56.7, Le Pen 43.3 Prozent. Überhaupt konnte Le Pen in allen sozialen Schichten Anklang finden - mindestens einer von drei Wählern stimmte für sie.

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