Tag der Entscheidung in Frankreich: Wer folgt auf Hollande

"Die französischen Wahlberechtigten haben Emmanuel Macron zu ihrem nächsten Präsidenten gekürt". Er gewann das Endduell laut Hochrechnungen mit fast 66 Prozent der gültigen Stimmen klar gegen seine Kontrahentin Marine Le Pen, die auf fast 34 Prozent kam. Der 39-Jährige wird der jüngste Präsident in der Geschichte Frankreichs. Europa und die Welt blicken auf uns. Die AfD wolle die EU reformieren, aber nicht auflösen: "Von daher hätte ich die Wahl von Le Pen auch für die falsche gehalten". Das hätte die Union nach dem Brexit der Briten tief ins Mark treffen können.

"Merci. Wofür ihr heute Abend hier steht, ist Leidenschaft". "Ich will, dass es das der Hoffnung und des wiedergefundenen Vertrauens ist". Es winken Massenproteste wie unter den Vorgänger-Präsidenten François Hollande und Nicolas Sarkozy. Am Sonntag tritt er sein Amt an.

Der deutsche Maschinenbau ist wirtschaftlich eng mit Frankreich verbunden: Mit einem Exportvolumen von 10,2 Mrd.

Macron äußerte sich in einer ersten Reaktion optimistisch über die Zukunft seines Landes. Einige ignorierten die Warnung ihres Anführers und stimmten für Marine Le Pen. In der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen waren es noch 7,7 Millionen gewesen. Etwa vier Millionen Franzosen entschieden sich in der zweiten Runde dafür, entweder einen leeren Wahlumschlag abzugeben ("weiße Stimme") oder ungültig zu stimmen - das ist laut dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos ein Rekord. "Frankreich kann nur durch Strukturreformen ein nachhaltig höheres Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung erreichen", sagte er. Elf Millionen Franzosen hätten sie gewählt. Zu einer Wahlempfehlung für Emmanuel Macron konnte er sich allerdings nicht durchringen.

Erleichterung in Deutschland nach Wahl in Frankreich Der Sieg von Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich wird als Sieg für Europa gewertet. Der sozialistische Präsident wird in wenigen Tagen von dem Mitte-Links-Politiker Macron abgelöst. In welchem Ausmaß Macron Reformen im Inland wird umsetzen können, ist etwas weniger klar, zumal seine Bewegung "En Marche!" bei den Parlamentswahlen vom 11. und 18. Juni 2017 wohl weit von einer Mehrheit entfernt bleiben wird. Vieles, was Macron fordert, wird in der EU schon seit Langem diskutiert. Hollande selbst hatte sich angesichts hoffnungslos schlechter Umfragewerte erst gar nicht um eine Wiederwahl beworben. Ob Macron danach über eine stabile Mehrheit zur Umsetzung seines Regierungsprogramms verfügt, ist offen.

Le Pen hat einen "grundlegenden Umbau" der FN angekündigt. Die Rechtspopulistin Le Pen schnitt im Osten Frankreichs besser ab als im gesamten Land. Parteichef Jörg Meuthen und die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel erklärten dagegen, aus ihrer Sicht wäre Le Pen das kleinere Übel gewesen.

Der Wahlkampf in Frankreich war von Skandalen und überraschenden Wendungen geprägt. Tausende Dokumente seiner Mitarbeiter tauchten im Internet auf. Die Bewegung benennt sich in "La République en Marche" (Die Republik in Bewegung) um. Es seien schon vor Wochen erbeutete E-Mails, Verträge sowie andere interne Dokumente ins Netz gestellt worden. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen ein.

Wer hinter dem Cyberangriff steckte, war bis zuletzt unklar.

Für viele seiner Reformen braucht Macron eine Regierungsmehrheit im Parlament.

Merkel hatte bereits am Sonntagabend mit Macron telefoniert und ihm eine enge Kooperation zugesichert.

Zudem spielte im Wahlkampffinale insbesondere der Antiterrorkampf eine größere Rolle.

Frankreich ist seit Anfang 2015 von einer Reihe islamistischer Anschläge mit insgesamt 239 Toten getroffen worden. Erst kurz vor der ersten Wahlrunde hatte es auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées ein Attentat auf polizisten gegeben.

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