Unfrieden beim BVB trotz Vorstoß auf Rang 3

Borussia-Dortmund-Geschäftsführer Hans-Hoachim Watzke ist in einem Interview auf Distanz zum Trainer des Vereins, Thomas Tuchel, gegangen.

Präsident Dr. Reinhard Rauball (70) schaltet sich nun in den Konflikt ein, sagt zu BILD: "Die Entscheidung, das Spiel am Tag nach dem Anschlag stattfinden zu lassen, hat Hans-Joachim Watzke nicht alleine getroffen".

Noch vor zwei Wochen stand der Trainer angeblich kurz vor einer Vertragsverlängerung, doch inzwischen geht es beim BVB dem Vernehmen nach längst nicht mehr um Thomas Tuchel, sondern nur noch um mögliche Nachfolger.

Im weiteren medialen Kandidatenkreis zudem: Klopp-Kumpel David Wagner (derzeit Huddersfield), Hoffenheims Julian Nagelsmann, Sevillas Jorge Sampaoli (der aber schon als neuer Nationalcoach Argentiniens feststehen soll) und Stuttgarts Hannes Wolf.

Trotz Tabellenplatz drei, der durch das 2:1 gegen 1899 Hoffenheim am Samstag erobert wurde und die direkte Champions-League-Qualifikation bedeuten würde, und trotz des Einzugs in Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt am 27. Mai im Berliner Olympiastadion - Tuchel scheint ein Coach auf Abruf zu sein. "Unser Ziel ist es, dass Thomas beim BVB bleibt und dass sich alles wieder beruhigt", sagte Olaf Meinking bei "Sport1".

Für den Fall einer Trennung müsste sich Tuchel nicht um seine Zukunft sorgen. Watzke bestätigt, dass es wegen der schnellen Terminierung des Champions-League-Spiels gegen Monaco einen "klaren Dissens" gab. "Wenn du besonders gelobt wirst vom Trainer, richtest du dich am besten darauf ein, dass du demnächst nicht mal im Kader bist", wurde ein nicht namentlich genannter Spieler zitiert. Das Trainer-Scouting bei Dortmund läuft bereits.

Rauball schlägt sich auf Watzkes Seite: "Man muss die Entscheidung auch in Relation zum Zeitpunkt kurz nach dem Anschlag, zum Kenntnisstand und zur internen Kommunikation setzen". Vielleicht tut der Chefcoach von Pokalfinalist Borussia Dortmund gut dran, keinen Blick in die Gazetten zu werfen. Watzke und Tuchel, das scheint nicht zu passen. Er hat den Eindruck, dass schon genug Porzellan durch die öffentliche Auseinandersetzung zerschlagen wurde: "Für mich ist es wichtig, dass Thomas Tuchel in dieser Sache nicht weiter beschädigt wird. Mir ist sehr daran gelegen, dass wir den sogenannten 'Dissens' ausräumen". Das Papier kletterte ungeachtet der Dissonanzen zwischen Klubführung und Trainer am Montag zunächst erstmals seit 2002 wieder über die 6,00-Euro-Marke. So hoch stand die Aktie des einzigen börsennotierten deutschen Fußballvereins zuletzt im März 2002. Danach fiel das Papier ins Bodenlose. Seit 2011 jedoch befindet sich die Aktie wieder im steten Aufwind.

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