Deutschland VW will sauber werden: 4,7 Millionen Diesel umgerüstet

Sorgenvolle Miene VW-Chef Matthias Müller bei der Hauptversammlung

Pötsch sagte den versammelten Aktionären: "Mir ist bewusst, dass sich einige von Ihnen eine noch weitergehende Transparenz wünschen".

Laut Müller würden moderne Verbrennungsmotoren auf absehbare Zeit trotz allem unverzichtbar bleiben. "Befreien Sie das Unternehmen von diesem Damoklesschwert", forderte Christian Strenger, der frühere Chef der zur Deutschen Bank gehörenden Investmentgesellschaft DWS. Dazu trug auch die häufig als gewinnschwach kritisierte Kernmarke VW bei.

Der Aufsichtsrat schlägt nun vor, dem gesamten Vorstand das Vertrauen auszusprechen. Applaus kommt nach den Redebeiträgen nur zögerlich auf. "Gestatten Sie mir ein persönliches Wort", bittet er deshalb am Ende seiner Rede und spricht einen Kritikpunkt der Aktionäre gleich selbst an: "Das vergangene Jahr war nicht nur für VW, sondern auch für mich ein schweres Jahr". "Dass die Ergebnisse immer noch unter Verschluss sind, lässt vermuten, dass sie VW nicht gefallen", meinte Thomae. Eine eindeutige schwerwiegende Pflichtverletzung hätte eine Entlastung verhindert, was von mehreren Rednern auch gefordert wurde. Damit drohten laut Pötsch unvertretbare rechtliche Risiken, wenn das Unternehmen einen Bericht veröffentlichen würde. Klar ist aber auch: Es bleiben noch "einige dunkle Wolken am Horizont", mahnt Auto-Fachmann Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach.

Die im September 2015 eingeräumten Manipulationen bei Abgastests rund um das gesundheitsschädliche Stickoxid hatten VW zuvor in eine tiefe Krise gestürzt. Das Problem: Nach Bekanntwerden der Manipulationen ist der Volkswagen-Aktienkurs stark gesunken, zwischenzeitlich hatte er sich beinahe halbiert.

Die vorgeschlagene Dividende von 2 Euro je Stamm- und 2,06 Euro je Vorzugsaktie berücksichtige die finanzielle Lage des Konzerns, sagte Müller. In Deutschland seien es 1,7 Millionen Autos. Demnach sollen Benzin- und Dieselmotoren in den kommenden fünf Jahren zehn bis 15 Prozent sauberer und effizienter werden. Und: Wichtige Zukunftsthemen wie Elektromobilität, autonomes Fahren und Mobilitäts-Dienste wie Carsharing sind auf den Weg gebracht. "Das gilt - allen lauten Diskussionen zum Trotz - auch und gerade für den Euro-6-Diesel". "Alle Kunden haben ein Recht darauf, dass ihr Fahrzeug nicht nur im Labor die Grenzwerte einhält". VW hat für die Beseitigung von Rechtsrisiken im Zusammenhang mit dem Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte bereits Kosten von 22,6 Milliarden Euro verbucht.

Die erwartete Entlastung des Vorstands für 2016 könnte als Seismograph für die Stimmung dienen.

Das sehen auch zahlreiche andere Redner so und kündigen an, den Vorstand und Aufsichtsrat nicht entlasten zu wollen. Auch in diesem Jahr dürften daher auf der Hauptversammlung bohrende Fragen zur Aufarbeitung des Skandals und zu den Anlegerklagen gestellt werden. So hatte Manfred Klein rhetorisch gefragt, wie viele Arbeitsplätze von dem Geld, das Hohmann-Dennhardt "hinterhergeworfen" worden sei, hätten entstehen können. Es wird deutlich: Für VW ist noch lange nicht wieder alles gut.

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