Europa entwächst der Krise langsam

Europa entwächst der Krise langsam

Die EU-Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum der Eurozone und der gesamten Europäischen Union erhöht. Für Deutschland prognostiziert sie ein Wachstum von 1,6 Prozent. Auch sei erfreulich, dass die große Unsicherheit in den letzten zwölf Monaten langsam zu schwinden scheine.

Mehr Wachstum, weniger Arbeitslose, geringere Schulden: Die EU-Kommission sagt der Euro-Zone in diesem und im kommenden Jahr eine positive Entwicklung voraus. Geringere Wachstumsraten für 2017 weisen neben Italien (0,9 Prozent) noch Finnland (1,3 Prozent), Frankreich (1,4 Prozent), Belgien (1,5 Prozent) und Deutschland (1,6 Prozent) auf. Diese geht von 1,5 Prozent für 2017 und 1,6 Prozent für 2018 aus. Auch der private Konsum dürfte in der EU ungeachtet der höheren Inflation zunehmen, wenn auch nicht mehr so stark wie zuvor. Investitionen würden allerdings weiterhin durch den in einigen Sektoren notwendigen Schuldenabbau gebremst werden, trotzdem dürften sie kontinuierlich zunehmen. Im Vergleich dazu wird Deutschland dieses (0,5 Prozent) wie auch nächstes Jahr (0,3 Prozent) einen Überschuss ausweisen.

Der Aufschwung soll die Arbeitslosigkeit drücken. Waren es im Februar noch 2,7 Prozent BIP-Wachstum, hat die Kommission diesen Wert in der Frühjahrsprognose auf 2,1 Prozent zurückgenommen. In vielen Ländern bleibe die Arbeitslosigkeit aber trotz des positiven Trends "viel zu hoch".

"Die wirtschaftliche Erholung in Europa geht in das fünfte Jahr und hat nun alle EU-Mitgliedsstaaten erreicht", heisst es in der Einschätzung der Brüsseler Behörde.

Auch die Staatsfinanzen dürften sich der Frühjahrsprognose zufolge verbessern. Die Neuverschuldung soll in diesem Jahr auf 1,4 und im kommenden Jahr auf 1,3 Prozent im Verhältnis zum BIP sinken. Für 2018 bleibt er mit 1,8 Prozent gleich hoch. "Aufgrund niedrigerer Zinszahlungen und einer moderaten Lohnentwicklung im öffentlichen Sektor dürften die Haushaltsdefizite weiter zurückgehen", so die Kommission.

Mitten in den Verhandlungen über weitere Hilfszahlungen an das hoch verschuldete Griechenland hat die EU-Kommission ihre Vorhersage für die Wirtschaftsentwicklung des Landes nach unten korrigiert. Der Schuldenstand in der Euro-Zone soll bis zum kommenden Jahr auf 89 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken, nachdem es 2016 noch 91,3 Prozent waren.

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