Gefeuerter FBI-Chef bedankt sich in Brief bei Mitarbeitern

James Comey

Später widersprachen Quellen aus dem Justizministerium dieser Darstellung, auch auf Druck von Rosenstein - und der Präsident bestätigte am Donnerstag dem Sender "NBC", er habe Comey von Beginn weg feuern wollen. Er wolle die Gespräche zwischen Comey und Trump nicht kommentieren, sagte McCabe.

Nach der Entlassung Comeys äußerten führende Demokraten den Verdacht, Trump seien die FBI-Ermittlungen unter Comey zu mutmaßlichen Verstrickungen mit Russland während des Wahlkampfs zu heiß geworden.

Konkret stand in dem Entlassungsschreiben von Trump: "Während ich es sehr schätze, dass Sie mich bei drei unterschiedlichen Anlässen darüber informiert haben, dass nicht gegen mich ermittelt wird, stimme ich doch mit dem Urteil des Justizministeriums überein, dass Sie nicht fähig sind, das Büro effektiv zu leiten". Der 56-Jährige galt wegen der Russland-Untersuchung eigentlich als unantastbar, hat sich in Washington aber auch viele Gegner auf beiden Seiten geschaffen. Darin schrieb der Karrierejurist, dessen Arbeit auch von Demokraten geschätzt wird, dass Comey das Vertrauen der Bevölkerung in die Bundespolizei beschädigt habe - weil er im Zuge der Ermittlungen gegen die damalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton im vorigen Jahr seine Kompetenzen überschritten habe. "Das FBI war vor einem Jahr in Aufruhr und hat sich bis heute nicht davon erholt", sagte Trump. In der ersten Erklärung der Regierung hieß es am Dienstagabend, Trump habe auf klare Empfehlungen des Justizministers Jeff Sessions und seines Stellvertreters Rod Rosensteins gehandelt. Niemand dürfe das. Die entsprechende Pressekonferenz Comeys, auf die Sanders sich bezieht, liegt zehn Monate zurück. McCabe erklärte jedoch am Donnerstag, Comey habe innerhalb der Bundespolizei "breite Unterstützung genossen".

Comey hatte rund um die US-Wahl 2016 eine herausragende Rolle gespielt. Er selbst empfinde Hochachtung für Comey, sagte McCabe. Für seine Entscheidung hat er gleich mehrere Begründungen - an allen gibt es Zweifel. Er habe Comey gebeten, ihn über etwaige Ermittlungen informiert zu halten: "Ich habe gesagt, würden Sie mich wissen lassen, wenn gegen mich ermittelt wird?"

Trump hatte den FBI-Chef wiederholt gelobt. Bis am Dienstag waren sich die Mitglieder der Oppositionspartei einig darin, dass Comey mehr oder weniger dafür verantwortlich war, dass Clinton die Präsidentenwahl 2016 verloren hatte. Er machte deutlich, dass er die Unabhängigkeit des FBI wahren wolle. Das Verhältnis galt seither als belastet.

Republikaner wie der Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, lehnten das ab. Sie verlangten eine unabhängige Untersuchung des Falls.

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