Hoeneß: "Medien machen ein Theater, wie wenn wir ein Altersheim hätten"

Hoeneß sieht sich zu Unrecht verurteilt

Ich habe über 40 Millionen Strafe gezahlt, inklusive 18 Millionen Zinsen und zwei Millionen Kirchensteuer. "Es muss jetzt gelingen, im Schatten dieser Spieler Junge heranwachsen zu lassen, die rechtzeitig die Chance kriegen", merkte Hoeness aber durchaus kritisch gegenüber Trainer Carlo Ancelotti an. "Trotzdem entschied ich mich, ins Gefängnis zu gehen", wird Hoeneß von der Schweizer Zeitung "Blick" zitiert.

Hoeness war um März 2014 zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.

Eine Revision am Bundesgerichtshof wollte er seiner Familie nicht zumuten.

In Richtung Justitz richtete Hoeneß folgende "Grußbotschaft": "Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war". Auch auf die tatsächlichen Umstände seiner Verurteilung, der Selbstanzeige, die erst nach der Eröffnung des Anfangsverdachts erfolgte sowie Formfehler und fehlerhafte Summenangaben, ging der Bayern-Präsident nicht ein. Theater gab's nur, bis ich im Gefängnis war. Doch das Gegenteil war der Fall. Das hat schon wehgetan. In der JVA Landsberg habe er "viele Dinge erlebt, über die ich nicht sprechen möchte. Da wusste ich, es war total richtig, das Urteil anzunehmen".

"Ich bin wie immer auf die Menschen zugegangen, habe mich der Situation angepasst", erzählte der 65-Jährige auf der Gala. Ein positives Image ist ihm sehr wichtig, wie er auch im Gefängnis bewies: "An meinem letzten Tag kam die Direktorin zu mir und sagte:, Herr Hoeneß, sie sind der Erste, der rausgeht und zwei Fanklubs hat".

Hoeneß äußerte sich auch über das Alter der aktuellen Bayern-Mannschaft, die er nicht gerecht bewertet findet. Stattdessen macht er die Medien mitverantwortlich. Jedes Mal, wenn der Ribéry nach 70 Minuten raus muss, ruft er mich am Abend an und sagt: "'Jetzt habe ich genug, ich gehe!' Wir haben eine Mannschaft, die ein bisschen in die Jahre gekommen ist, aber für mich gibt's keine alten oder jungen Mannschaften, sondern nur gute und schlechte". "Und die werden wahrscheinlich, so wie ich das sehe, Champions-League-Sieger dieses Jahr, die werden Real schlagen". "Daran wird sich so schnell nichts ändern".

Wenn beim FC Bayern München jemand einen Hirntumor hätte, würde man einen Teufel tun, und es an die Öffentlichkeit tragen.

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